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Initiative Katzenschutzverordnung

LK Stade


 

Die Initiative Katzenschutzverordnung LK Stade  hat sich zum Ziel gesetzt, die Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen. Wir wollen Hilfestellung geben für Politiker und Behördenvertreter, die in ihrer Gemeinde/Kommune eine solche Katzenschutzverordnung einführen wollen.

Viele neue Gesetze sind in den letzten Jahren erlassen worden, die die Belange der frei lebenden Katzen betreffen, aber den Behörden oft nicht bekannt sind. Wir wollen mit dieser Seite dazu Informationen geben.

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Aktuelle Meldungen:

Mittwoch, 18 November 2020 23:39

Schicksal des kleinen Bob ist kein Einzelfall

Artikel aus dem Stader Tageblatt vom 15.11.20

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Im Sommer: Das Fell von Bob ist von gelben Maden besetzt und verklebt (links).
Heute: Bob lebt glücklich bei seinem Finder. Fotos: privat

LANDKREIS. Sie leiden oft unsichtbar für die Gesellschaft: wildlebende Katzen. Im Kreis Stade gibt es geschätzt 8000. Landen sie herrenlos im Notdienst, sind Tierärzte verpflichtet zu helfen. Die Kommunen müssen zahlen. Viel Leid ließe sich für wenig Geld verhindern.

Das TAGEBLATT hat mit Tierärzten gesprochen. Sie sind für die Kastrationspflicht. Das ist Wasser auf die Mühlen von Cornelia Haak von der Initiative Katzenschutzverordnung. Das Thema Katzenschutzverordnung geht seit sieben Jahren durch die Räte der Kommunen im Landkreis. Was die Initiatoren erreichen wollen, ist eine Registrierungs- und Kastrationspflicht für alle Katzen, die Freigänger sind, die also zeitweise oder ganz die Möglichkeit haben, in der Natur auf andere Artgenossen zu treffen. Hintergrund ist eine zunehmende Zahl von Katzen, die sich wild vermehren und ohne Impfschutz und Parasitenkontrolle oftmals schwerwiegend erkranken. „Mit einer einfachen Kastration ließe sich so viel Tierleid verhindern“, sagt Cornelia Haak.


Cornelia Haak aus Harsefeld kämpft seit vielen Jahren für die Katzenschutzverordnung. Foto: Fehlbus

Weil bei den Registrierungsportalen Tasso und Findefix keine Hinweise darauf gemacht werden müssen, ob es sich um reine Wohnungskatzen handelt, lassen sich Rückschlüsse zur Haltungsform nur anhand anderer Fakten ziehen. So kam 2017 statistisch in Deutschland auf jeden siebten Einwohner eine registrierte Hauskatze. Verkauft wurde da laut Industrieverband Heimtierbedarf und dem Zentralverband zoologischer Fachbetriebe Katzenstreu für Katzentoiletten für 286 Millionen Euro. Die Zahl der registrierten Katzen stieg von 2017 bis 2019 um eine Million von 13,7 auf 14,7 Millionen Katzen in Haushalten. Gleichzeitig sanken die Ausgaben für die Streu in Katzenklos auf 284 Millionen Euro. „Das ist ein Indiz für mehr Freigänger“, sagt Cornelia Haak, die nicht müde wird, Fakten für die Politik zu sammeln, um Überzeugungsarbeit in den Kommunen zu leisten. Der Ansatz der Harsefelderin: Die Zunahme an wildlebenden Katzen lässt sich nur verlangsamen, wenn die Tiere in den Haushalten so gehalten werden, dass keine unkontrollierte Fortpflanzung möglich ist.

Auf Kater Bob leben die Maden

In den Tierarztpraxen werden seit Jahren ungebrochen wildlebende Katzen im bemitleidenswerten Zustand vorgestellt, etwa eine im Rhythmus von zwei Wochen pro Praxis. Obwohl sich alle Tierärzte bemühen, nur das Nötigste zu tun, sind oft die Kosten für eine intensive Behandlung mit teils stationärer Aufnahme nicht unerheblich. Das Deprimierende für die Experten: Zum größten Teil ließe sich das Katzenelend schon mit einer einfachen Impfung und einer Wurmkur verhindern. Ein paar Beispiele aus dem Alltag von Tierarztpraxen in der Region:

Bob, ein kleiner getigerter Kater, ist etwa sechs bis sieben Wochen alt, als er von einem Gartenbesitzer spät abends auf dem Rasen gefunden wird. Es ist Hochsommer, nachts sind es noch über 18° Celsius, der Mann will seinen Rasen wässern und findet das Katzenkind leblos auf dem Rasen liegend. Bei näherer Betrachtung sieht er, dass das Tier noch schwach atmet. Er bringt es sofort zum Notdienst. Der Kater ist unterernährt, unterkühlt, stark unterzuckert und dehydriert. Der gesamte Körper ist von Tausenden Mini-Maden übersät, sie sind in den Augen, Nase, Anus – überall. Der Kater erhält sofort eine Infusion, unter anderem mit Zucker, und wird langsam aufgewärmt. Das Ausscheren/ Auskämmen der Maden dauert mehrere Stunden, der Kater weist aber bis auf einen parasitär bedingten Durchfall keine Verletzungen auf. Nach drei Tagen kann er entlassen werden. Bei seinem Finder, der insgesamt Behandlungskosten von 800 Euro übernimmt, findet er ein neues Zuhause. Die Bilder vorher und nachher sprechen Bände. Sichtbar wohlig kuschelt Bob sich in die Decken.

Anton liegt krank in Kakerbeck

Zwei bis drei Jahre alt ist der nicht kastrierte Kater Anton, der von einem aufmerksamen Autofahrer in Kakerbeck auf dem Bürgersteig in der Nähe eines Hofes gefunden wird. Der Kater liegt quer über den Bürgersteig, kann nicht laufen und hält seinen Kopf überstreckt in den Nacken. Der Autofahrer fragt auf dem Hof, ob jemand den Kater kenne, dies wird verneint, zwischenzeitlich hat ein Bus an der nahegelegenden Bushaltestelle angehalten und mehrere Menschen sind tatenlos an dem Kater vorbeigelaufen. Der Autofahrer bringt den Kater in eine Praxis. Das Tier zeigt massive neurologische Ausfallerscheinungen, die Untersuchungen erhärten den Verdacht auf eine Vergiftung.


Anton lag abgemagert und krank in Kakerbeck (links). Jetzt lebt Anton glücklich und kastriert beim Finder.

Es stellte sich heraus, dass der schwer unterernährte Kater in seiner Not verschimmelte Silage gefressen hat. Der Kater weist zudem einen hochgradigen Befall mit Flöhen und einen starken Spulwurm- und Lungenwurmbefall auf. Der Kater wird stationär aufgenommen, er hat keine ansteckende Infektionserkrankung, aufgrund des massiven Flohbefalls aber eine hochgradige Anämie. Anton bekommt eine Lipidinfusion, um die Toxine zu binden. Vier Tage dauert es, bis er sich von den neurologischen Symptomen erholt hat. Er ist als Fundtier in der Samtgemeinde Harsefeld gemeldet worden. Zur Entlassung wird er an den Finder übergeben, bei dem er schließlich bleiben kann. Die lebensrettende Therapie des Katers hat 800 Euro gekostet.

Kampf um Trudi

Katze Trudi ist etwa acht Jahre alt, als sie von Spaziergängern an einem Graben gefunden wird. Die Katze ist abgemagert, dehydriert und hat geschwürig zerfallende Ohrränder. Die Katze ist kastriert, aber nicht gekennzeichnet. Eine genaue Untersuchung der Ohrränder erhärtet den Verdacht auf das Vorliegen eines bösartigen Hauttumors (Plattenepithelkarzinom). Die weiterführende Untersuchung zeigt, dass die Katze weder Metastasen noch andere Grunderkrankungen hat. Trudi werden, nachdem sie zwei Tage stabilisiert wurde, die linke Ohrmuschel vollständig und die rechte Ohrmuschel teilamputiert. Die Katze wird später von der Finderin übernommen. Das ist ein Jahr her. Trudi lebt heute glücklich bei der Finderin.

Die Gemeinde, in der das Tier gefunden wurde, hatte zunächst die Kostenübernahme abgelehnt. Erst nach langwieriger Korrespondenz mit Cornelia Haak und Nachhaken der Finderin in der Bürgersprechstunde wurden dann doch die Kosten erstattet. Dabei gibt es hier rechtlich keinen Spielraum, sagt Cornelia Haak. Grundsätzlich sind aufgefundene Tiere, die üblicherweise vom Menschen gehalten werden – dazu gehören Hunde, Katzen, Ziervögel oder landwirtschaftliche Nutztiere – als Fundtier einzustufen und zu behandeln. Der Finder hat den Fund unverzüglich bei der zuständigen Fundbehörde – der Gemeinde auf deren Gebiet das Tier gefunden wurde – anzuzeigen. Die Gemeinde hat dann gegebenenfalls für die Unterbringung und Betreuung der Fundtiere, meist in einem Tierheim oder bei einem Tierschutzverein, zu bezahlen. Nachzulesen ist dieser Teil des Gesetzes zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres im Bürgerlichen Recht unter anderem auf der Seite des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die Betreuungskosten schließen die notwendigen unaufschiebbaren veterinärmedizinischen Behandlungskosten ein, wie Versorgung von Verletzungen und Behandlung akuter Erkrankungen, so die Bundestierärztekammer, die Abrechnung habe nach der Gebührenordnung für Tierärzte zu erfolgen.


Links: Trudi, als sie im Dezember 2019 gefunden wurde. Trudi geht es heute sichtbar sehr gut (rechts).

Das Anzweifeln vonseiten eines Rathausmitarbeiters, dass es sich bei den Behandlungskosten um eine angemessene Abrechnung handelt, kennen viele Tierärzte. Einige haben dem TAGEBLATT weitergehende Erfahrungen geschildert. Der ein oder andere Gesprächspartner habe unterschwellig schon mal die Euthanasie als mögliche Alternative ins Gespräch gebracht. Allerdings gibt es auch hier eine deutliche Rechtsprechung. So wurde in der niedersächsischen Stadt Bad Sachsa einem Veterinär durch die Gemeinde der Anspruch auf Kostenerstattung der tierärztlichen Behandlung verweigert, weil die Heilbehandlungskosten nicht in Relation zum Wert des Tieres gestanden hätten. Aufgrund des Missverhältnisses wäre einzig eine Euthanasie verhältnismäßig gewesen, so das Argument der Kommune. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen hat die Ausführungen der beklagten Gemeinde verworfen: Für die Tötung eines Fundtieres gebe es keine Rechtsgrundlage. Insbesondere nach dem Pflegegebot des Tierschutzgesetzes § 2 Nr. 1 in Verbindung mit § 1 Satz 2 ist die Tötung eines Tieres nur als das letzte mögliche Mittel zulässig. Die kostengünstigere Euthanasie zu fordern, entspreche nicht der Pflicht der Gemeinde zur Veranlassung angemessener Pflegemaßnahmen.

Die Stimmung ist bis heute nicht immer gut zwischen beiden Seiten. Tierschützer und Verfechter der Katzenschutzverordnung wollen aber von den Kommunen nicht vorrangig Geld. Sie wollen Möglichkeiten und eine Handhabe, um das Katzenleid zu reduzieren. Viele Besitzer von Katzen redeten sich heraus, weiß Cornelia Haak. Sie wollen nicht den geringsten Betrag für ihr Tier ausgeben, obwohl sie schon mit der Kastration, Schutzimpfung und Parasitenkontrolle großes Leid verhindern könnten. Mit einer Registrierungspflicht könnten Besitzer von Katzen von den Gemeinden und Tierschutzakteuren verpflichtend angesprochen werden. Die Kennzeichnung würde auch die Fürsorgepflicht erhöhen und letztlich Kosten für die Kommunen sparen helfen.

Wenig Geld – große Wirkung

Katzen sollten gegen Katzenschnupfen (Calici- und Herpes Virus ) sowie gegen Katzenseuche (Parvovirus) geimpft werden. Die Impfung erfolgt mit der achten, zwölften und 16. Lebenswoche. Erwachsene Tiere erhalten nur zwei Impfungen, bei beiden Gruppen wird dann die Impfung nach einem Jahr und anschließend alle drei Jahre wiederholt, bei Freigängern ist eine ergänzende Schutzimpfung gegen das Feline Leukosevirus und gegen Tollwut sinnvoll. Die Schutzimpfung bei einer Katze kostet circa 30 Euro. Die Versorgung mit einem Microchip bei einer Katze kostet circa 14 Euro. Die Kastration einer weiblichen Katze etwa 140 Euro, die Kastration eines Katers circa 80 Euro.

In der Vergangenheit gab es jedes Jahr eine Aktion, bei der freilebende, halterlose Katzen kostenfrei kastriert werden können. Die Kastrationsaktion der Niedersächsischen Tierärztekammer mit Kooperationspartnern wie dem Land, dem Tierschutzbund und anderen läuft auch gerade – noch bis zum 14. Dezember. Wobei die Mittel immer schnell ausgeschöpft sind. Die Aktion habe, so die Tierärztekammer, das Ziel, durch die Kastration die Zahl der Streunerkatzen weiter zu verringern und die Nachhaltigkeit der vorangegangenen Aktionen zu sichern sowie wirksam die verwilderten Bestände zu regulieren.

Dienstag Abstimmung in Fredenbeck

Einzelne Kommunen im Landkreis Stade werden von Tierärzten und Tierschützern gelobt. Manchmal hat auch ein Wandel stattgefunden. Die Katzenschutzverordnung mit der Pflicht der Registrierung und Kastration für Freigänger wurde in der Samtgemeinde Apensen, in der Gemeinde Drochtersen, der Hansestadt Buxtehude, der Gemeinde Jork und der Samtgemeinde Nordkehdingen eingeführt. Sie wird auch in den Rathäusern als gesetzliche Grundlage gesehen, um Kastrationen und Kennzeichnungen gegenüber bekannten Haltern durchzusetzen und im Einzelfall ein Bußgeldverfahren einzuleiten.

Die Samtgemeinde Apensen als Vorreiter gab jetzt auf Nachfrage gegenüber der Samtgemeinde Fredenbeck an, dass sich die Situation der streunenden Katzen in den letzten Jahren verbessert habe. Die Zahl der Fundkatzen in Apensen habe sich in den letzten Jahren stark reduziert. Langfristig sei so mit einer Reduzierung der Kosten für die Unterbringung von Fundkatzen im Tierheim Stade zu rechnen, heißt es in der Vorlage für die öffentliche Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses der Samtgemeinde Fredenbeck am Dienstag, 17. November, 18 Uhr im Fredenbecker Rathaus.

Fredenbeck.de

Fotos / Quelle: Stader Tageblatt vom 19.11.20

Auch außerhalb vom Landkreis Stade wird erfolgreich die Kastrationspflicht eingeführt. So jetzt auch in Zerbst:

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Wer eine Katze hat, sollte sich Gedanken machen
über Kastration, Kennzeichnung und Registrierung.
Foto: Petra Wiese
Für Zerbst gilt: Alle nach dem 1. August 2020 geborenen Katzen, denen Zugang ins Freie gewährt wird, müssen kastriert werden.
Von Daniela Apel ›
Zerbst l Rege ist in den zurückliegenden Wochen über die komplett überarbeitete Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Zerbst debattiert worden. Vor allem die neu eingeführte Kastrationspflicht für Katzen, die frei herumstromern dürfen, sorgte für viel Diskussion. Ganz offen plädierte Diana Hofmann im März im Haupt- und Finanzausschuss für diesen Passus. Als Argument führte die Leiterin des Zerbster Tierheims den jährlichen Anstieg der Katzenpopulation an, der sich deutlich in der Einrichtung am Rande der Stadt widerspiegelt. So liege die Aufnahmekapazität eigentlich bei 60 Katzen, im Schnitt würden jedoch 130 Samtpfoten betreut. Nun steht fest: Alle nach dem 1. August 2020 geborenen Katzen, denen Zugang ins Freie gewährt wird, müssen ab einem Alter von fünf Monaten kastriert werden. Die Durchführung muss sich der Halter von einem Tierarzt schriftlich bestätigen lassen und das Dokument so lange aufbewahren, wie die Katze lebt. Gleichzeitig ist die Samtpfote in geeigneter Weise mit einem Transponderchip oder einer Tätowierung zu kennzeichnen...

Quelle: Volksstimme, Sachsen Anhalt

Die Initiative Katzenschutzverordnung LK Stade hat es geschafft.

Der Gemeinderat der Gemeinde Drochtersen hat eine Katzenschutzverordnung verabschiedet. Ab sofort müssen alle Freigänger Katzen kastriert, gekennzeichnet und registriert werden.

 

Wir freuen uns, dass mit breiter Mehrheit und mit wenigen Gegenstimmen (FWG) unserem Antrag zugestimmt worden ist. Damit hat sich Drochtersen für den Tierschutz und gegen Tierleid ausgesprochen.

 

 

Sonntag, 18 November 2018 15:39

Katzenpopulation in Jork eindämmen

JORK. Freilaufende Katzen müssen in der Gemeinde Jork in Zukunft kastriert und gechippt sein. Das hat der Ausschuss für Feuerschutz und öffentliche Ordnung am Dienstagabend bei der Sitzung in der Alten Wache beschlossen – und einstimmig eine entsprechende Verordnung auf den Weg gebracht.

Der Gemeinde Jork gehe es vor allem „um das Tierwohl“, unterstrich Anja Bliefert vom Jorker Ordnungsamt. Mit der zweiseitigen Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen im Gebiet der Gemeinde Jork, die sich außerhalb der Wohnung ihrer Halter frei bewegen, will die Kommune die „unkontrollierte Vermehrung“ privater und verwilderter Hauskatzen eindämmen. Laut Bliefert gibt es in der Gemeinde einige private Futterstellen, die „immer mehr verwilderte Katzen anlocken“ – und somit letztlich eine ungezügelte Vermehrung fördern.

Bliefert und der Erste Gemeinderat Matthias Riel sind überzeugt, dass der Erlass einer Verordnung den Druck auf die Katzenhalter erhöhen wird, ihre Tiere zu kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip zu kennzeichnen. Registrierungen sind kostenlos möglich bei Tasso oder dem Deutschen Haustierregister des Tierschutzbundes.

Damit habe die Altländer Kommune endlich auch eine gesetzliche Handhabe, um bei den beratungsresistenten Tierhaltern endlich die Kastrationen und die Kennzeichnungen von Katzen durchzusetzen, die älter als fünf Monate sind. Die geplante Verordnung baut auf Artikel 13b des Tierschutzgesetzes auf. Damit nicht genug: Wer sich dem Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebot für freilaufende Katzen widersetzt, könnte zur Kasse gebeten werden. Laut dem Niedersächsischen Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (SOG) eine Geldbuße in Höhe von 5000 Euro.

Bundesweit zwei Millionen herrenlose Katzen

Bundesweit gibt es schätzungsweise zwei Millionen herrenlose Katzen. Tendenz steigend. Anders als bei Wildtieren regelt sich die Populationsdichte bei den verwilderten Katzen in der Regel nicht auf natürliche Weise. Die Verwaltung machte folgende Rechnung auf, um ihren Vorstoß zu untermauern: Katzen werden nach fünf Monaten geschlechtsreif. Junge können sie zwei bis drei Mal pro Jahr werfen, die durchschnittliche Anzahl pro Wurf beträgt drei bis fünf. Theoretisch könnte ein Katzenpaar nach sieben Jahren rund 420.000 Nachkommen hervorbringen.

Hinzu kommt: Diese Tiere sind weder geimpft, noch gegen Endo- und Ektoparasiten behandelt. Sie kommen damit als Überträger von Krankheiten und Parasiten infrage und sind auch für den Menschen eine Gefahr – etwa durch Toxoplasmose für schwangere Frauen. Peter Rolker (FDP) verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Gefahr für die Wildvögel: „Ihnen wird diese Verordnung aber nicht viel helfen.“

Bei verwilderten, herrenlosen Katzen übernimmt die Gemeinde die Pflichten. Auch der Tierschutz unterstütze die geplante Verordnung. Bliefert verwies auf einen weiteren Vorteil: Durch das Kennzeichnen und Registrieren der Katzen können zukünftig auch die bei der Gemeinde Jork abgegebenen Fundtiere schneller dem Eigentümer zugeordnet und zurückgegeben werden. 4400 Euro (ohne Personalkosten) gibt die Kommune im Jahr für die Versorgung der Fundtiere aus.

Quelle: Stader Tageblatt vom 14.11.2018

Dienstag, 28 August 2018 14:47

Hannover führt Katzenkastration ein

Hannover Hannover führt Kastrationspflicht für Katzen ein

Hannover Kastrationspflicht
Die Stadt Hannover bereitet eine Verordnung zur
Kastrationspflicht für Katzen vor. Quelle: dpa
 

Um eine unkontrollierte Vermehrung von Katzen zu verhindern, will die Stadt Hannover noch in diesem Jahr eine neue Verordnung zur Kastrationspflicht einführen. Zudem sollen Katzenhalter die Tiere mit einem elektronischen Chip kennzeichnen lassen.
Die Stadt Hannover bereitet eine Verordnung zur Kastrationspflicht für Katzen vor.


Hannover. Katzenhalter in Hannover müssen frei laufende Tiere künftig registrieren und kastrieren lassen. Wie das Rathaus in einer Erklärung mitteilte, bereitet die Stadt Hannover derzeit eine Verordnung zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung sogenannter Freigänger vor. Der Grund: Man will der unkontrollierten Vermehrung der Tiere entgegenwirken.

Tierschutzverbände forderten seit Langem eine solche gesetzliche Pflicht für private Halter, ihre frei laufenden Katzen kastrieren zu lassen, hieß es gestern. Die Stadt sehe in der neuen Kastrationspflicht einen wichtigen Schritt für einen verbesserten Tierschutz für Katzen. Frei laufende Tiere würden stärker vor Verwahrlosung, Hunger und Krankheiten geschützt. Tierheime würden damit zudem entlastet. Die Verordnung soll nach Angaben der Stadt noch in diesem Jahr in die entsprechenden Ausschüsse des Rates eingebracht und dann auch umgesetzt werden.

„Südländische Verhältnisse“

Erst am Montag hatte der Katzenhilfeverein Hannover in einem HAZ-Bericht wegen eines „massiven Katzenproblems“ in der Landeshauptstadt Alarm geschlagen. 21 000 wilde Tiere leben derzeit allein im Stadtgebiet, niedersachsenweit sind es 200 000 Tiere. „Was Straßenkatzen angeht, haben wir hier mittlerweile südländische Verhältnisse“, sagte die Sprecherin des hannoverschen Katzenhilfevereins, Frauke Ruhmann, gegenüber der HAZ.

Zweimal im Jahr bekämen die Katzen Junge – meistens etwa im Mai und August. Die Tiere vermehrten sich dann munter weiter – auch mit unkastrierten Freigängern aus den hannoverschen Wohnungen. Die ehrenamtlichen Helfer des Vereins kümmern sich um die verwilderten Tiere und kommen in diesem Jahr aufgrund der explodierenden Zahl der verwahrlosten Tiere mit der Arbeit kaum noch nach.

Kastration, elektronische Chips und Haustierregister

Die neue Verordnung sieht nun vor, dass Halter Katzen, die unkontrollierten Freigang haben, von einem Tierarzt kastrieren und etwa mit einem elektronischen Chip kennzeichnen lassen müssen. Auch Menschen, die frei lebenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellen, müssen sich um die Kastration der Tiere kümmern. Die Katzen müssen überdies in einem Haustierregister angemeldet werden. Ausnahmen gelten für Katzen, die jünger als fünf Monate sind, und im Einzelfall auch für Zuchtkatzen.

Seit März 2017 besteht in Niedersachsen laut Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die Möglichkeit für Gemeinden, aus Gründen des Tierschutzes die Kastration von Katzen vorzuschreiben. Kommunen können eigene Verordnungen erlassen, bisher sei das nur aus Gründen der Gefahrenabwehr möglich gewesen. Anfang des Jahres hatte es erstmals eine Kastrationsaktion gegeben, das Land Niedersachsen hatte 200 000 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt. Innerhalb von zwei Wochen war das Geld aufgebraucht und 2600 wilde Katzen waren kastriert und gechipt worden.

Von Jutta Rinas

Quelle: HAZ - Hannoversche Allgemeine Zeitung

Kostenlose Kastration von frei lebenden Katzen soll Tierleid lindern


Veröffentlicht am 11. Januar 2018 von Andrea Wildhagen
Gemeinsam mit der Tierärztekammer, dem Bund praktizierender Tierärzte und dem Deutschen Tierschutzbund Landesverband Niedersachsen e.V., FINDEFIX – dem Haustierregister des Deutschen Tiereschutzbundes e.V. und der Tierschutzorganisation TASSO e.V. hat die Landestierschutzbeauftragte ein Bündnis initiiert, das zu der Aktion aufruft und diese finanziell unterstützt. Die Kastrationsaktion läuft vom 15. Januar bis 15. März 2018. In dieser Zeit können Tierschutzvereine, Tierheime und Betreuer von kontrollierten Katzenfutterstellen freilebende Hauskatzen, denen kein Besitzer und keine Halterin zugeordnet werden kann, kostenlos von einer Tierärztin oder einem Tierarzt kastrieren lassen. Anschließend werden die Katzen per Mikrochip gekennzeichnet und im Haustierregister registriert. Die Tierarztpraxen bekommen die Kosten auf Antrag erstattet.

Obdachlose freilebende Katzen sind Hauskatzen, die ausgesetzt wurden oder entlaufen sind, den Bezug zum Menschen verloren haben und oftmals in vielfacher Generation geboren wurden. „Die landesweite Kastrationsaktion soll helfen, die zukünftigen Populationen verwilderter Katzen einzudämmen und damit das Katzenelend zu verringern. Wir haben es hier mit einem erheblichen Tierschutzproblem zu tun. Deshalb unterstützen wir erstmalig eine Aktion dieser Größenordnung und hoffen auf eine rege Beteiligung“, sagte Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. Das Ministerium fördert das Projekt mit insgesamt 200.000 Euro.

 

Die Tierärztekammer Niedersachsen übernimmt die gesamte Abwicklung des Projektes und die Abrechnung mit den Tierarztpraxen. „Tierärzte wissen von der Not der ausgesetzten verwilderten Katzen und dem hohen Aufwand, den diese bei der Behandlung in der Praxis verursachen“, sagte Dr. Uwe Tiedemann, Präsident der Tierärztekammer Niedersachsen. „Eine Katze kann zweimal im Jahr bis zu sieben Junge bekommen. Bei unkontrollierter Vermehrung wachsen so schnell Populationen von Hunderten von Katzen heran. Die Kastration ist das einzige wirksame Mittel, um dies zu verhindern.“

Die Tierärztekammer verwaltet den Förderfonds, in den die Projektmittel fließen. Der Landesverband des Deutschen Tierschutzbundes sowie deren Bundesverband und die Tierschutzorganisation Tasso stocken den Fonds mit weiteren jeweils 15.000 Euro auf. „Die Aktion ist ein wichtiger und hoffentlich nachhaltiger Schritt, den Katzenschutz in Niedersachsen zu verbessern. Gleichwohl sind die Kommunen aufgerufen, mit eigenen Katzenschutzverordnungen dem Tierleid wild lebender Katzen entgegenzuwirken“, sagt Michaela Dämmrich.

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Auch Hauskatzen müssen in Apensen kastriert werden,
sofern sie "Freigänger" sind Foto: wd
jd. Apensen/Stade. Streunende und verwilderte Katzen sind in vielen Orten des Landkreises ein Problem. Tierschützer können ein Lied davon singen: Die verwahrlosten und oftmals kranken Tiere sind gerade jetzt im Winter Hunger und Kälte ausgesetzt. Um dem Katzen-Elend auf Dauer ein Ende zu bereiten, ist die Kastration der einzig sinnvolle Weg. Das sieht offenbar auch die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) so: Das Agrarressort hat jetzt 200.000 Euro für eine landesweite Kastrierungs-Aktion bereitgestellt. Bis Mitte März können wildlebende Hauskatzen kostenlos kastriert werden (siehe unten). Doch um die Katzen-Not gezielt einzudämmen, wäre es sinnvoll, dass alle Katzenhalter einer Kastrations-Pflicht für ihre Tiere unterliegen. Solch eine Verordnung gibt es im Landkreis außer in Nordkehdingen bisher nur in Apensen.

„Wir haben gute Erfahrungen mit dieser Regelung gemacht“, sagt Apensens Ordnungsamtsleiterin Tanja von der Bey. Nach ihrer Einschätzung hat sich die Zahl der „Streuner“ bereits reduziert. „Eine solche Maßnahme ist aber langfristig angelegt. Der Erfolg stellt sich erst nach Jahren ein, weil die Tiere keinen Nachwuchs mehr zeugen können.“ Seit viereinhalb Jahren besteht in Apensen die Verpflichtung für alle Katzenbesitzer, dass ihre Mieze unters Messer muss. Außerdem müssen die Tiere gechippt bzw. tätowiert werden, sofern sie nach draußen dürfen.

Auf Antrag wird bei Rassenkatzen, die Zuchtzwecken dienen, eine Ausnahme gemacht. Verstöße können mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Als Katzenhalter gilt nach der Verordnung auch, „wer freilaufenden Katzen regelmäßig Futter zur Verfügung stellt“.

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Nicht allen Katzen geht so gut wie dieser "Mieze"

"Eine Kontrolle seitens des Ordnungsamtes gebe es aber nicht, so von der Bey: „Wie sollte das auch funktionieren?“ Allerdings würde es hin und wieder Hinweise aus der Bevölkerung geben: „Wir sind den Fällen dann nachgegangen und haben die Halter davon überzeugen können, wie sinnvoll eine Kastration ihrer Katzen ist.“

Ansonsten sei die Verordnung vor allem als Appell zu verstehen, so von der Bey: "Wir hatten bei deren Inkrafttreten gleich die umliegenden Tierärzte informiert und sie gebeten, die Katzenhalter auf das Thema aufmerksam zu machen.“ Das Feedback der Tierärzte sei durchweg positiv gewesen. Viele Katzenbesitzer seien erst in der Tierarzt-Praxis für die Problematik sensibilisiert worden: „Den meisten war gar nicht bewusst, was sie anrichten, wenn sie ihre Katzen unkastriert draußen herumlaufen lassen.“

Initiative bemüht sich um kreisweite Kastrationspflicht

Seit Jahren bemüht sich die "Initiative Katzenschutzverordnung Landkreis Stade" um eine kreisweit geltende Kastrationspflicht. Laut Auskunft der Tierschutz-Aktivistin Cornelia Haak sind Gespräche mit der Kreisverwaltung über dieses Thema bisher erfolglos geblieben. Sie und ihre Mitstreiter von der Initiative kümmern sich seit Jahren darum, dass verwilderte Katzen kastriert werden. Die Kosten dafür bekamen die Tierschützer bislang nicht erstattet.

Die Initiative hofft, dass weitere Kommunen dem Beispiel Apensens folgen, wenn schon keine Regelung für den gesamten Landkreis möglich ist. Anläufe in anderen Kommunen scheiterten aber bislang: So lehnte der Harsefelder Rat 2014 einen Antrag der Grünen auf Einführung der Katzen-Kastrationspflicht ab. Nach WOCHENBLATT-Informationen wollen die Grünen in diesem Jahr einen weiteren Versuch starten.

Landesweite Aktion in Niedersachsen: Kastration gegen Katzen-Elend

Die Zahl der streunenden Katzen in Niedersachsen soll mit Hilfe einer Kampagne reduziert werden, die das Landwirtschaftsministerium in der vergangenen Woche gestartet hat. Bis zum 15. März können freilebende, verwilderte Katzen kostenlos kastriert werden. Das Angebot richtet sich vor allem an Tierheime, Ehrenamtliche im Tierschutz und Betreuer von Futterstellen: Sie können die eingefangenen Streuner-Katzen zu jedem Tierarzt bringen, der sich an der Aktion beteiligt. Die Kosten für die Kastration übernimmt das Land. Das gilt allerdings nicht für Katzenhalter, die ihr eigenes Tier kastrieren lassen wollen.

In Ausnahmefällen können auch Privatleute verwilderte Katzen gratis behandeln lassen. Sie müssen allerdings schriftlich erklären, dass es sich um ein herrenloses Tier handelt, das nur zum Zweck der Kastration eingefangen wurde und anschließend und wieder freigelassen wird. Außerdem ist der Personalausweis vorzulegen. Nach der Operation übernehmen die Katzenbetreuer die Nachpflege, bis es der Gesundheitszustand der Katzen zulässt, sie an ihrem angestammten Ort wieder frei zu lassen.

Für die Aktion, die eine weitere unkontrollierte Vermehrung von Katzenpopulationen verhindern soll, stellt das Ministerium 200.000 Euro bereit. Der Deutsche Tierschutzbund sowie die Tierschutzorganisation Tasso stocken den Fonds mit jeweils 15.000 Euro auf. Ziel ist es, bis zum 15. März landesweit rund 2.600 Katzen kastrieren zu lassen. Die Tierärztekammer Niedersachsen übernimmt die gesamte Abwicklung und die Abrechnung mit den Tierarztpraxen.
„Mit dem Kastrationsprojekt wollen wir auch Tierheime und Tierschutzvereine bei der Betreuung von freilebenden Katzen finanziell entlasten. Oftmals haben sie nicht die dringend notwendige Unterstützung der Kommunen, in deren Aufgabenbereich eigentlich die Betreuung obdachloser Katzen fällt“, so die Landesbeauftragte für Tierschutz, Michaela Dämmrich.

An die Städte und Gemeinden wendet sich auch Dieter Ruhnke, niedersächsischer Landesvorsitzender des Deutschen Tierschutzbundes, mit seinem Appell, Katzenhalter per Ortssatzung zur Kastration ihrer Tiere zu „verdonnern“. Denn auch die sogenannten „Freigänger“ seien ein Problem, da sie sich mit verwilderten Katzen paaren und für eine weitere unkontrollierte Vermehrung sorgen würden. Laut Ruhnke sind von den registrierten 390.000 Hauskatzen in Niedersachsen rund 65.000 nicht kastriert.

• Ausführliche Infos gibt es unter www.tknds.de.

Quelle/ Fotos :http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/

 

Der Samtgemeinde Tostedt Streunerkatzen melden


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Wild lebende Katzen sind sehr scheu, oft
unterernährt und leiden an unbehandelten Krankheiten
und Parasiten (Foto: Four Paws / Elisabeth Blum)

bim. Tostedt. Die Samtgemeinde Tostedt hat eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen eingeführt (das WOCHENBLATT berichtete). Damit werden Katzenhalter, die ihrer Katze unkontrollierten freien Auslauf gewähren, verpflichtet, die Tiere von einem Tierarzt kastrieren und kennzeichnen sowie registrieren zu lassen. Weil der Verwaltung wichtig ist, die Verordnung zum Wohl aller Katzen umzusetzen, hat die Samtgemeinde Kontakt zur Stiftung "Vier Pfoten" aufgenommen. Diese hat zugesagt, Kastrations-Aktionen für Streunerkatzen durchzuführen.
Die Kennzeichnung und Registrierung einer Katze sei bei Freigängerkatzen sinnvoll, um diese bei Abgabe im Tierheim einem Halter zuordnen und zurückgeben zu können, so Iris Schultz von der Samtgemeine-Verwaltung. Damit könne ebenfalls verhindert werden, dass die eigene Hauskatze ungewollt zu einer „herrenlosen Katze“ und z.B durch die Streunerkatzen-Aktion kastriert, gekennzeichnet und womöglich in einem Tierheim untergebracht werde.
Hinzu kommt: Viele Streunerkatzen stammen von unkastrierten Hauskatzen und ihren Nachfahren ab. Die wild lebenden Katzen sind sehr scheu, oft unterernährt und leiden an unbehandelten Krankheiten und Parasiten. „Daher ist die neue Katzenkastrationspflicht in der Samtgemeinde Tostedt eine entscheidende Maßnahme, um die Anzahl der Streunerkatzen einzudämmen“, erklärt Sarah Ross, Leiterin des Streunerkatzenprojektes der Stiftung "Vier Pfoten, die die Samtgemeinde Tostedt bei der Umsetzung der neuen Katzenschutzverordnung unterstützt. "Vier Pfoten" fängt Streunerkatzen ein, lässt sie kastrieren, kennzeichnen und medizinisch versorgen.
Sarah Ross: „Bei der Suche nach Streunerkatzen sind wir auf die Hilfe der Bürger der Samtgemeinde Tostedt angewiesen. Bitte melden Sie sich, wenn Ihnen Gruppen von Streunerkatzen bekannt sind oder Sie sogar eine Futterstelle betreuen.“
Hinweise werden von Iris Schultz, Fachbereich Ordnung und Verkehr (Tel. 04182/298-215) oder Manuela Stau von "Vier Pfoten"-Stiftung für Tierschutz (Tel. 040-399249-33) angenommen.

Quelle:  Neue Buxtehuder Wochenblatt

Sonntag, 19 November 2017 13:23

Als "Katzenverrückte" belächelt

Tierschützerin beklagt sich über Probleme mit Behörden

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Eine junge Katze im Tierheim Foto: tk/Archiv

(jd). "Die Behörden verschließen vor diesem Problem die Augen und stempeln uns als fanatische Aktivisten ab" - Tierschützerin Cornelia Haak, die sich seit Jahren um streunende und herrenlose Katzen kümmert, fühlt sich von den zuständigen Ämtern in den Kommunen und beim Landkreis im Stich gelassen. "Es ist ein Skandal, dass sich die verantwortlichen Stellen immer wieder aus der Verantwortung stehlen", erklärte Haak auf einer Info-Veranstaltung der Harsefelder Grünen. Haak schilderte ihren Einsatz für die unzähligen verelendeten Samtpfoten als vergeblichen Kampf gegen Windmühlen. Gerade die Harsefelder Verwaltung sei ein besonders hartnäckiger Fall, so Haak.

Aufhänger war der aktuelle Konflikt, der um mehrere verwilderte Katzen auf dem Gelände der dortigen Pfadfinder entbrannt ist (das WOCHENBLATT berichtete). Mit Hilfe einer Futterkiste, die auf dem Grundstück der Jugendgruppe platziert wurde, hatten Tierschützerinnen die scheuen Katzen versorgt. Die Tiere sind seit Monaten auf sich gestellt. Zuvor waren sie offenbar von einem älteren, inzwischen verstorbenen Mann, der in einem Verschlag neben dem Pfadi-Platz gelebte hatte, gefüttert worden. Obwohl die Pfadfinder die Katzen nicht auf ihrem Gelände haben wollen, beharren Haak und ihrer Mitstreiterinnen darauf, die Tiere an Ort und Stelle zu belassen.

Für Haak sind die Harsefelder Vorkommnisse exemplarisch für das, was sich kreisweit in zahlreichen Kommunen abspiele: Die Ordnungsämter kämen ihrer Pflicht nicht nach, sich um solche "Streuner" zu kümmern. Die Tierschützerin verweist auf verschiedene Urteile, nach denen Fundtiere von den Behörden in Obhut zu nehmen seien. Das könne bei Katzen, die jeden menschlichen Bezug verloren haben, eben auch bedeuten, sie am Fundort wieder auszusetzen und dort zu versorgen, so Haak.

Die Sichtweise kann Harsefelds Ordnungsamtsleiter Harald Polter nicht nachvollziehen: "Eine Fundkatze ist es nur dann, wenn sie vom Finder hier im Rathaus abgeliefert wird." Dieses Prinzip gelte analog zu Gegenständen, die gefunden werden. Es sei allerdings fraglich, ob eine verwilderte Katze, die niemandem gehöre, überhaupt als Fundkatze betrachtet werden könne, so Polter. Werde ein Tier abgegeben, dann habe der Finder natürlich kein Mitspracherecht, wie damit weiter verfahren werde: "Frau Haake kann nicht verlangen, dass wir die Katzen wieder draußen rumlaufen lassen, nur weil das angeblich besser fürs Tierwohl sei."

Das Thema Tierwohl ist aber genau das Hauptanliegen von Haake: "Das Katzenelend gibt es kreisweit. Nur findet es meist im Verborgenen statt. Die scheuen Tiere finden sich oft erst im Schutze der Dunkelheit zum Fressen ein. Viele dieser bemitleidenswerten Kreaturen hätten Verletzungen, seien völlig verwahrlost und mit Parasiten übersät. Wende sie sich deswegen an den Landkreis, der für den Tierschutz zuständig sei, werde sie als "Katzenverrückte" betrachtet, so Haak: "Dabei ist es schon ein Skandal an sich, dass ein großer Landkreis mit 200.000 Einwohnern kein eigenes Tierheim unterhält."

• Haack sprach sich auf dem Info-Abend für eine Kastrationspflicht für Katzen aus. Mehr dazu und zum "Katzenstreit" mit den Harsefelder Pfadindern in einer der nächsten WOCHENBLATT-Ausgaben.

Quelle: Kreiszeitung Wochenblatt von 11.11.2017

 

Freitag, 10 November 2017 15:51

Kommune muss Behandlungskosten erstatten

13.09.2017 Kommune muss für aufgefundene Hauskatze die Behandlungskosten erstatten

 

Durch eine Tierärztin wurden Behandlungskosten für insgesamt drei verletzte Hauskatzen, in Höhe von 2036,12 €, gegenüber der zuständigen Behörde als Fundbehörde geltend gemacht. Die Aufgefundenen Katze wiesen Farkturen und Traumen auf, die auf ein Unfallgeschehen zurückzuführen waren.

Die Fundbehörde lehnte die Kostenübernahme für die unaufschiebbare Behandlung und die erforderliche Nachbehandlung sowie Unterbringung ab, weil die Behörde den Status von Fundtieren ablehnte und diese Tiere als herrenlos einstufte. Hiebei bezog man sich auch auf eine Befragung der Finderinnen, die die Tiere zur Behandlung in die Tierarztpraxis gebracht hatten. Aus deren Aussagen entnahm die Kommune, das die Katzen sich in einem Zustand befunden hätten, der auf ihre Verwilderung hingedeutet habe.  Katzen, die häufig streunende Tiere seien, seien im Regelfall keine Fundsachen, da sie entweder nicht besitzerlos seien und zum Eigentümer zurückkehrten oder die äußeren Umstände darauf hinwiesen, dass sie herrenlos seien. Bei der Unterscheidung, ob es sich um herrenlose oder verlorene Tiere handele, seien äußere Merkmale wie das Tragen eines Halsbandes, das Vorhandensein einer Ohr-markierung oder eines Mikrochips, der Pflegezustand, ein zutrauliches Verhalten und anderes entscheidend. Danach ist bei aufgefundenen Katzen anzunehmen, dass es sich in der Regel nicht um Fundtiere handelt, es sei denn, äußere Merkmale deuten darauf hin, dass das Tier noch einen Eigentümer hat.

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