Willkommen bei der

Initiative Katzenschutzverordnung

LK Stade


 

Die Initiative Katzenschutzverordnung LK Stade  hat sich zum Ziel gesetzt, die Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen. Wir wollen Hilfestellung geben für Politiker und Behördenvertreter, die in ihrer Gemeinde/Kommune eine solche Katzenschutzverordnung einführen wollen.

Viele neue Gesetze sind in den letzten Jahren erlassen worden, die die Belange der frei lebenden Katzen betreffen, aber den Behörden oft nicht bekannt sind. Wir wollen mit dieser Seite dazu Informationen geben.

Mitglied im:

landestierschutzverband niedersachsen logo pfad



Aktuelle Meldungen:

Samstag, 30 August 2014 00:00

Die Sommerpause ist beendet

Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu, aber leider hatte der Tierschutz keine Ferien. Viele unterschiedliche Tierschutzfälle hatten wir zu bewältigen:

Wir bekamen eine Fundmeldung aus der Samtgemeinde Fredenbeck. Es wurde eine angeschossene Katze gefunden.

Wir bekamen eine Fundmeldung aus der Stadt Stade: 4 augenscheinlich todkranke Katzenwelpen wurden in der Hofeinfahrt eines Bauernhofes gefunden. Sie wurden zur Notfallbehandlung in die Tierarztpraxis gebracht. Ob alle überleben, ist noch nicht klar.

Nachtrag 01.09.2014: die kleine Katze Püppi aus diesem Wurf mußte am Samstag eingeschläfert werden. Wir trauern um diese kleine zutrauliche Katze.

Das zuständige Veterinäramt verweigert die Kostenübernahme!

Nachtrag 29.10.2014: nachdem wir dem Vet-Amt Stade die aktuelle Rechtslage mitgeteilt haben, wurde die Tierarztrechnung entgegen der anfänglichen Verweigerung, dann doch bezahlt!

 

Wir haben 6 Katzenwelpen von einem Bauernhof aus dem Kreis Stade aufgenommen. Alle krank und möglicherweise durch Inzucht auch behindert.

Der Bauer hat sich einverstanden erklärt, dass wir die Katzen aufnehmen, aber die Mutterkatze will er nicht kastrieren lassen. Sie ist bereits wieder trächtig!

Das hätte man mit einer Kastrationspflicht verhindern können!

Wir erhielten eine Fundmeldung, verletzter Kater in der SG Harsefeld: Die SG Harsefeld, Ordnungsamt, verweigert die Fundtiereigenschaft. Wir haben Fachaufsichtsbeschwerde gestellt.

3 Katzen, teils schwanger, teils bereits mit ihren Babies sowie 1 Kater wurden in der SG Harsefeld als Fundtiere gemeldet. Die SG Harsefeld, Ordnungsamt, verweigert die Fundtiereigenschaft. Wir haben Fachaufsichtsbeschwerde gestellt.

Nachtrag 29.10.2014: Auf unsere Fachaufsichtsbeschwerde hin bekamen wir Antwort vom Landrat. Diese Antwort ist in Teilen rechtswidrig und nicht vollständig beantwortet. Wir haben erneut den Landrat auf die aktuelle Rechtslage hingewiesen und ihn aufgefordert, disziplinarische Massnahmen gegen das Ordnungsamt der SG Harsefeld einzuleiten.

Nachtrag 19.12.2014: Der Landrat antwortete, dass ich mich an die Kommunalaufsicht wenden sollte! Er teilt meine Rechtsauffassung nicht!

Das werden wir natürlich tun!

 

An mehreren Ort im LK Stade haben wir Katzenwelpen eingefangen und aufgenommen. Etliche Futterstellen werden von unseren ehrenamtlichen Helferinnen betreut, damit die von uns kastrierten scheu lebenden Katzen nicht hungern müssen.

Auch der Kampf um die Einführung der Kastrationspflicht im LK Stade geht weiter. Wir führen Gespräche mit Politikern und werden weiter daran arbeiten, dass wir dieses Ziel verwirklichen können. 

Montag, 11 August 2014 18:44

Tasso fordert Kastrationspflicht

 TASSO e.V. fordert weitreichenden Schutz für Katzen  
 

Hattersheim, 7. August 2014 – Den Katzen rund um den Erdball ist am 8. August ein eigener Tag gewidmet: der Weltkatzentag. TASSO e.V. macht zu diesem Anlass auch auf das Elend der vielen Streunerkatzen, die in Deutschland leben, aufmerksam. Und auch den Tieren, die jedes Jahr durch Jäger abgeschossen oder durch Tierversuche zu Tode kommen, gilt das Augenmerk.

In Deutschland ist die Katze das Haustier Nr. 1. Allein bei TASSO, dem größten Haustierzentralregister Europas, waren 2013 rund drei Millionen Stubentiger registriert. Sie heißen Kaya oder Luna, und es geht ihnen gut, denn sie haben einen warmen und sicheren Platz zum Schlafen und werden von Frauchen oder Herrchen täglich versorgt. Wenn sie kastriert und gekennzeichnet sind, egal ob Wohnungskatze oder Freigänger, stehen im Verlustfall die Chancen durch die Registrierung gut, wieder nach Hause zu kommen, wenn sie es aus eigener Kraft nicht schaffen.

Die Sorgenkinder von TASSO tragen einen ganz anderen Namen: Schätzungsweise rund zwei Millionen Streunerkatzen leben auf deutschen Straßen, immer auf der Suche nach Futter, um den nächsten Tag zu überleben. Sie sind ausgemergelt, schwach und krank. Viele gehen qualvoll zu Grunde, verhungern oder erfrieren. Verschärft wird das Problem durch unkastrierte Hauskatzen mit Freigang. „Viele Halter lassen ihre Katze nicht kastrieren“, erklärt Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher von TASSO, das Problem. „Schnell haben sie sich mit den Streunerkatzen gepaart und sorgen dadurch für eine unkontrollierte Vermehrung und weiteres Katzenleid. Die einzige nachhaltige und tierschutzkonforme Methode, dagegen anzukommen, ist die Kastration.“

Das von TASSO gemeinsam mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere und VIER PFOTEN gegründete Bündnis „Pro Katze“ setzt sich seit Jahren für eine bundesweite gesetzliche Regelung zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung von Hauskatzen mit Freigang ein. Hierzu hat das Bündnis aktuell die für Tierschutz zuständigen Landesministerien aufgefordert, zum Schutz der Katzen die Ermächtigungsgrundlage nach § 13b Tierschutzgesetz wahrzunehmen und durch Rechtsverordnung auf die Städte und Gemeinden zu übertragen. Die Kommunen erhalten so die Möglichkeit, durch Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsgebote für Hauskatzen mit Freigang das Leid der Streunerkatzen einzudämmen.

Grundsätzlich sollten alle Katzen, die ein Zuhause haben, gechippt oder tätowiert und bei TASSO registriert sein. „Katzen laufen zehnmal häufiger weg als Hunde“, weiß Philip McCreight, Leiter von TASSO, aus Erfahrung. „Es reicht also leider nicht aus, nur die Hauskatzen mit Freigang zu kastrieren, sondern auch die Wohnungskatzen.“ Kennzeichnung und Registrierung helfen dabei, dass eine Katze nicht zur Streunerkatze wird, weil sie den Weg nach Hause nicht mehr findet. Die Zahlen belegen es: Vier von fünf Katzen können im Verlustfall ihrem Besitzer nicht mehr zugeordnet werden, weil sie nicht registriert sind.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gefahren für Katzen. Beispielsweise werden pro Jahr Zehntausende von ihnen von Jägern erschossen. „Katzen dürfen je nach Bundesland und Jahreszeit außerhalb einer willkürlich festgelegten Schutzzone von 200 beziehungsweise 300 Metern bis zur nächsten Ansiedlung erschossen werden“, erläutert Mike Ruckelshaus. Mit der Aussage: „Hinsichtlich des Stellenwertes, den Haustiere für ihre Besitzer einnehmen, hat sich aber in den vergangenen Jahren ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen, der sich auch in der Jagdgesetzgebung niederschlagen muss.“ fordert er ein ausnahmsloses Verbot des Haustierabschusses. Und auch bei Tierversuchen kommen jährlich unzählige Katzen zu Tode. 2012 wurden laut Tierversuchsstatistik 863 Katzen in Deutschland für Tierversuche verbraucht, Tendenz steigend. Mike Ruckelshaus zeigt sich verständnislos: „Es gibt ausreichend alternative Methoden, mit denen man die grausamen Versuche an Tieren ersetzen könnte.“

Quelle: www.tasso.net

Kastration in Horneburg vorerst kein Thema

at. Horneburg. Freilaufende Katzen in der Samtgemeinde Horneburg bleiben verschont: Ihre Halter müssen sie nicht kastrieren. Auch eine Registrierungspflicht fällt weg. Das beschloss der Rat in seiner jüngsten Sitzung. Damit geht das Gremium nicht auf die von der Tierhilfe Stade geforderte Kastrationspflicht für Katzen ein (das WOCHENBLATT berichtete). Die Politiker sehen keinen Handlungsbedarf. Man gehe nicht von einer größeren Population von freilebenden Katzen aus. Fachbereichsleiter Hans-Jörg Allenberg berichtete im WOCHENBLATT-Gespräch von 19 Fundkatzen in den Jahren 2012 und 2013. Drei Katzenfunde sind es bislang in diesem Jahr. Die Verwaltung ist für die Aufnahme von Fundtieren verpflichtet und hat deswegen gibt es einen Vertrag mit dem Tierheim Stade. Dort ermitteln die Mitarbeiter die Eigentümer oder suchen für die Fundkatzen ein neues Zuhause. Bei dieser geringen Anzahl, gehen die Verwaltung von keiner abstrakten Gefahr der öffentlichen Sicherung und Ordnung aus, so Allenberg. Unter abstrakter Gefahr verstehe man unter anderem das Leiden der Tiere durch eine zu schnelle Vermehrung. Sollte es zu einem sprunghaften Anstieg der Katzenpopulation kommen, dann würde die Verwaltung noch einmal über eine Kastrations- und Registrierungspflicht beraten.

Quelle:Kreiszeitung Wochenblatt vom 09.07.2014
Mittwoch, 09 Juli 2014 12:21

Katzen: Tiere zweiter Klasse?

 

Die Gersthofer Tierschützerin Margit Mayr kämpft engagiert für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Freilaufkatzen. Nur so könne Katzenelend nachhaltig eingedämmt werden. Doch Politiker blocken.
Das Katzenelend, verursacht durch verwilderte Hauskatzen, letztlich jedoch von verantwortungslosen Tierhaltern, nimmt Jahr für Jahr zu. Ein Sachverhalt, der nicht nur die Katzen, sondern auch Tierschutzvereine und Tierheime immer mehr in Bedrängnis bringt. Dabei könnte viel Not verhindert werden. Die Gersthofer Tierschützerin Margit Mayr hat dafür eine einfache Lösung parat: "Die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für alle Freilaufkatzen ab dem fünften Lebensmonat ist ein wirksames Instrument gegen das Katzenelend."

Auch die Durchführung dieser Forderung ist relativ simpel. Die Kastration mit Kennzeichnung und Meldung des Tieres beispielsweise bei TASSO erfolgt durch den Tierarzt. TASSO, das größte Haustierregister Europas, übernimmt ehrenamtlich die Registrierung. "Aussetzen, verantwortungslose Tierhaltung, Diebstahl, Tierquälereien und vor allem Katzenschwemme und Katzenelend würden dadurch erheblich begrenzt", verdeutlicht Margit Mayr. Und noch einen Vorteil nennt sie: "Die Behörden hätten damit weder Kosten noch Zeit- und Verwaltungsaufwand."

Doch was so einfach klingt, scheint für Politiker "unzumutbar". So lässt der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, an Margit Mayr schreiben: "Eine bundesweite Kastrationspflicht wäre unverhältnismäßig, da die Problematik der herrenlosen, streunenden Katzen in Deutschland regional in unterschiedlichem Ausmaß auftritt. Dies gilt gleichermaßen für die Forderung nach einer bundesweiten Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Katzen." Und weiter: "Auch wenn die Registrierung in einer Datenbank selbst kostenlos wäre, würden sich für den Tierhalter Kosten durch die notwendige Implantation des Mikrochips beim Tierarzt ergeben."

In diesem Zusammenhang verweist der Bundesminister zudem auf den Paragraf 13b des aktuell ergänzten Tierschutzgesetzes und der damit verbundenen Abhilfe mit einer im Zusammenhang stehenden Verordnungsermächtigung der Bundesregierung an die Landesregierungen.
 

"Katzenelend nimmt ständig zu"

Doch diese Ergänzung erweist sich im Hinblick auf eine Durchsetzung nur als Stückwerk. Zum einen müssen  Städte und Gemeinden gegenüber den Landesregierungen nachweisen und begründen, dass die Schmerzen, Leiden und Schäden, die den herrenlosen Tieren in ihrer Region entstehen, ausschließlich auf eine unkontrollierte Population zurückzuführen sind. Das ist jedoch juristisch fast unmöglich. Zum anderen ist die Haltung von Katzen, die in Obhut eines verantwortungslosen Menschen stehen, weiterhin gesetzlich nicht geregelt.

Für Margit Mayr ist die Ablehnung einer bundeseinheitlichen Katzenschutzverordnung im Tierschutzgesetz nicht nachvollziehbar. "Seit Jahren zeigt sich, dass allgemeine gesetzliche Vorschriften nicht ausreichend sind", resümiert sie. "Im Gegenteil: Katzenelend, abgemagerte, kranke und verletzte Fundtiere sowie verantwortungslose Katzenhaltung nehmen ständig zu."
 

Kennzeichnungspflicht: CSU blockt

Rund 200 deutsche Städte und Gemeinden haben mittlerweile eine Kastrationspflicht als tierschutzgerechte Initiative eingeführt. In Bayern haben in der Vergangenheit CSU und FDP allerdings mehrfach eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht abgelehnt, obwohl SPD und Bündnis 90/Die Grünen diese befürwortet hatten. Seit 2001 gibt es eine Hundeschutzverordnung. Eine Katzenschutzverordnung wurde durch die CSU ebenfalls abgelehnt, genauso wie ein Tierschutzverbands-Klagerecht.

Politiker, das hat die Tierschützerin Margit Mayr schmerzhaft festgestellt, begnügen sich mit beschwichtigenden Standardantworten. Sie berufen sich, wie Bundesminister Christian Schmidt, für das Halten von Katzen auf "allgemeine gesetzliche Anforderungen". Doch die sind nur grundlegend.

Das hat auch Horst Wester, der Bundesvorsitzende der "Partei Mensch Umwelt Tierschutz", erkannt. Er fordert eine Änderung des Tierstatus' in der Gesellschaft über beispielsweise einen eigenen Artikel im Grundgesetz oder über eine komplette Überarbeitung des Tierschutzgesetzes. Letzteres sei "durch seine schwammigen Formulierungen nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt wurde".
 

Tierhilfe: Petition im Internet

Margit Mayr weiß, dass sie zur Durchsetzung ihrer Forderungen einen langen Atem braucht. Das Problem der über zwei Millionen Streunerkatzen sei nur durch flächendeckende Kastration in den Griff zu bekommen.

Sie weiß, dass das schwierig ist, politisch durchzuboxen. Sie weiß aber auch, dass Katzen im Gegensatz zu Hunden und der damit verbundenen Jägerschaft keine Lobby haben, dass die unzähligen Tierschutzvereine und Tierhilfen bundesweit nicht mit einer einheitlich mächtigen Stimme sprechen und dass sich der Bund bei diesem Thema auf die Zuständigkeit der Länder beziehungsweise Kommunen beruft und umgekehrt.

Doch Beispiele wie Paderborn und andere Städte zeigen, dass es auch anders geht. "Wenn man nur will", fügt Margit Mayr hinzu. Doch von diesem Willen scheint man in Bayern noch weit entfernt zu sein.

Derzeit setzt sie ihre Hoffnung im Internet auf eine Petition an den Deutschen Bundestag:
www.change.org/de/Petitionen. Über 11 000 User haben dort die Petition bereits unterstützt. Sie endet am 12. August.

Quelle: Stadtzeitung Augsburg vom 05.07.2014 | 08:17 Uhr - von Siegfried P. Rupprecht
Sonntag, 06 Juli 2014 18:25

Kampf dem Katzenjammer in den Kommunen

Aus dem Stader Tageblatt vom 05.07.2014

LANDKREIS. Die liebsten deutschen Haustiere – Hund und Katze – sind stets auch als Ausgangspunkt für Diskussionen gut. Nachdem in Niedersachsen alle Hunde zentral registriert werden mussten, sind jetzt die Samtpfoten ins Visier der Kommunen gerückt. Im Landkreis Stade wird seit Monaten vielerorten über eine sogenannte Katzenschutzverordnung oder eine Kastrations- und Registrierungspflicht diskutiert. Entsprechende Änderungen in der Kommunalverordnung haben bisher die Samtgemeinde Apensen und die Samtgemeinde Nordkehdingen umgesetzt. In der Hansestadt Stade gibt es eine Sonderregelung – ein Überblick.

Allen vorweg sind es die Tierschützer, die eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen fordern. Sie wollen die Ursache für das Elend vieler Katzen beseitigen und nicht länger die Symptome behandeln. Es geht um Katzen, die sich unkontrolliert fortpflanzen und unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen ihr Leben fristen müssen. Einige der „Streuner“ und „Fundtiere“ landen beim ehrenamtlich tätigen Tierschutz, doch der ist mit der Anzahl der Katzen längst überfordert. Die Spenden können nicht mehr die Kosten decken und auch die Weitervermittlung gestaltet sich schwierig. Es droht eine Überpopulation, so die Tierschutzorganisation Peta, die das Problem mit Zahlen belegt: Eine einzige Katze und ihre Nachkommen könnten potenziell in nur sieben Jahren für weitere 420 000 Katzenbabys sorgen.

Im Kreis Stade wandte sich Cornelia Haak von der „Initiative Katzenschutzverordnung Landkreis Stade“ bereits mehrfach an „alle verantwortlichen Politiker, sich dem Thema zu stellen und die Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen“. Sie darf Prof. Dr. Theo Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer, hinter sich wissen: „Wir haben uns seit Jahren für eine bundeseinheitliche Kastrationspflicht für Katzen stark gemacht. Im neuen Tierschutzgesetz wurde endlich eine Rechtsgrundlage für Länder geschaffen, die Kastrationsgebote und Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht“, so Mantel in einer schriftlichen Mitteilung. Aus seiner Sicht hätten Städte und Gemeinden damit die Möglichkeit, gezielte Maßnahmen „zur Verhinderung von weiterem Katzenelend“ zu ergreifen. In mehr als 250 deutschen Kommunen ist es bereits Pflicht, Katzen kastrieren und kennzeichnen zu lassen, davon 169 in Niedersachsen.

Doch einige Politiker stören sich bei der Änderung im Tierschutzgesetz an der Formulierung „Ermächtigungsgrundlage für die Landesregierungen“. Sie sehen keinen Handlungsbedarf auf der Städte- und Gemeindeebene, sondern bei der Landesregierung. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) antwortete auf eine entsprechende Kleine Anfrage im Landtag: „Die Landesregierung strebt den Erlass einer auf § 13 b TierSchG (siehe Infokasten) basierenden Landesverordnung an. Als vorgeschaltete Maßnahmen werden unter anderem Kastrationsaktionen bei frei lebenden Katzen, Aufrufe zur freiwilligen Beschränkung des Auslaufs bei Hauskatzen und die freiwillige Kastration von Freigänger-Katzen befürwortet.“ In diesem Zusammenhang finanziere das Fachministerium derzeit ein Projekt zur Kastration und Kennzeichnung frei lebender Katzen, das vom Deutschen Tierschutzbund Landesverband Niedersachsen durchgeführt wird und eine Übersicht über die Situation und Anzahl frei lebender Katzen in Niedersachsen ermöglichen soll. Diese Daten seien zur „Festlegung bestimmter Gebiete“ nach § 13 b notwendig. Auch die Veterinärämter seien bereits im Rahmen einer Dienstbesprechung informiert worden, dass diesbezügliche Daten gesammelt werden sollen.

Eine feste Regelung setzt die Zuordnung eines Tieres zu Halterin oder Halter voraus. „Um die Zahl der registrierten Katzen amtlich erfassen zu können, muss es sich um ein landesweit zentrales, amtliches Register handeln“, so Meyer weiter. Die durch den Betrieb des amtlichen Registers entstehenden Kosten wären – vergleichbar dem niedersächsischen Hunderegister – über Gebühren zu finanzieren. Doch so weit ist es noch nicht.

Der Deutsche Tierschutzbund hat sich klar positioniert: „Katzenschutzverordnung – Jetzt!“, heißt seine Aktion. Krank und abgemagert würden viele frei lebende Katzen täglich ums Überleben kämpfen. Das Elend würde es nicht geben, wenn Tierhalter ihre Katzen kastrieren ließen, so die Überzeugung des Tierschutzbundes. Die Tierärztekammer Niedersachsen rechnet vor: „Eine einzige Kätzin hat nach zwei Jahren über 30 Nachkommen.“

Hunger, Infektionskrankheiten und massiver Parasitenbefall gehörten zum traurigen Alltag frei lebender Katzen, die bei vielen Menschen Mitleid und den Wunsch erwecken, zu helfen, heißt es schriftlich von der Tierärztekammer. Füttern allein sei keine Hilfe, sondern „kurzsichtig und Wegbereiter für noch größeres Katzenleid“: Es würden immer mehr Tiere angelockt, die sich „dank“ der Fütterung noch besser fortpflanzen könnten. Territorialaggressionen, die zu Verletzungen und Übertragungen von Krankheiten führen, seien die Folge. Der Stress untereinander wachse ständig, schwäche das Immunsystem und mache krank.

Und die steigende Katzenpopulation hat noch andere Folgen: Auch die Ornithologen schlagen Alarm. In einem Bericht, der über die Deutsche Presseagentur verbreitet wurde, mahnte Peter Berthold, langjähriger Leiter der Vogelwarte am Max-Planck-Institut im Kreis Konstanz, vor dem Aussterben von Vogelarten durch Katzen. Er verwies auf eine Studie aus den USA, wonach eine Katze knapp 40 Vögel im Jahr erbeutet.

In Deutschland liegt die Statistik darunter: Bei acht Millionen Katzen, davon zwei Millionen verwilderter Tiere, die sich selbst ernähren müssten, werden demnach pro Jahr 50 Millionen Vögel durch Katzen getötet. Das wären im Schnitt sechs Vögel pro Katze. Doch weil sich durch die intensive Landwirtschaft mit hohem Anteil an Mais der Lebensraum für seltene Vogelarten einschränkt, wandern einige Arten inzwischen in Gartengebiete ein. Hier treffen diese dann verstärkt auf Hauskatzen. Somit sind unter Umständen nicht mehr nur wie früher die häufigsten Vogelarten betroffen, die eine Reduzierung ihrer Art besser verkraften könnten, sondern auch vom Aussterben bedrohte. Vor allem Jungvögel werden gefangen, da sie leichte Beute sind. Berthold schlug vor einem Jahr eine Katzensteuer vor, um mehr Geld in den Vogelschutz zu investieren, was damals zu einer heißen Diskussion führte.

Quelle: Stader Tageblatt vom 06.07.2014

 

Das Thema Kastration im Kreis Stade

Apensens Samtgemeinderat beschließt „Katzengesetz“: Freilaufende Hauskatzen müssen kastriert und gekennzeichnet werden. Buxtehuder Rat lehnt Kastrationspflicht für Katzen ab. Es gebe kein Katzen-Problem. Eine Satzung hätte Kosten von 30 000 Euro im Jahr verursacht, im Notfall könne die Stadt auch so zur Gefahrenabwehr tätig werden. Drochtersen lehnt die Kastrations-Satzung vorerst ab, die Gemeinde will zunächst die entsprechende Rechtsverordnung der Landesregierung abwarten. In der Samtgemeinde Nordkehdingen soll eine Kastrationspflicht für Katzen eingeführt werden. Horneburger Samtgemeinderat lehnt eine Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger ab. Der Antrag auf Registrierungspflicht in der Samtgemeinde Harsefeld ist vertagt. Freilaufende Katzen müssen in der Samtgemeinde Lühe noch nicht kastriert und gekennzeichnet werden, die Rechtslage der Verordnungen sei unsicher. In der Hansestadt Stade gilt diese Regelung: Wer ein Tier hält, hat zu verhindern, dass dieses außerhalb seines umfriedeten Besitzes unbeaufsichtigt umherstreift. Dieses gilt nicht für kastrierte Katzen.

§ 13 b TierSchG

Durch Artikel 1 des Gesetzes vom 4. Juli 2013 (BGBl. I S. 2182) ist das Tierschutzgesetz (TierSchG) i. d. F. der Bekanntmachung vom 18. Mai 2006 (BGBl. I S. 1206) durch Einfügung eines § 13 b um eine Ermächtigungsgrundlage für die Landesregierungen zum Schutz frei lebender Katzen ergänzt worden: „Die Landesregierungen werden ermächtigt, durch Rechtsverordnung zum Schutz frei lebender Katzen bestimmte Gebiete festzulegen, in denen 1. an diesen Katzen festgestellte erhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden auf die hohe Anzahl dieser Tiere in dem jeweiligen Gebiet zurückzuführen sind und 2. durch eine Verminderung der Anzahl dieser Katzen innerhalb des jeweiligen Gebietes deren Schmerzen, Leiden oder Schäden verringert werden können.
Quelle: Stader Tageblatt vom 06.07.2014

 

Sonntag, 06 Juli 2014 15:09

Fortsetzung "Die ländliche Idylle..."

 

 Diesen Bericht schrieb uns eine Einwohnerin eines kleiner Ortes, ländlich geprägt, in der Samtgemeinde Harsefeld.

Orte und Namen haben wir verändert, um nicht die dort noch lebenden Tiere in Gefahr zu bringen.

Flocke1 500x281Dieser Bericht dokumentiert das alltägliche Elend der Katzen auf dem Lande.

Vor 14 Jahren zogen mein Lebensgefährte und ich samt meinen zwei Katzen Püppi und Rosalie in einen kleinen Ort in der Samtgemeinde Harsefeld. Sie kamen natürlich aus dem Tierschutz, und kamen auch aus einer schlechten Haltung. So, nun lebte ich auf dem Lande und durfte die ländliche Idylle, die sich für die Tiere als Hölle erwies, ertragen. Von meiner Küche aus konnte ich den rechten Kuhstall, schauen. Aus dem anderen Fenster musste ich den Anblick auf den linken Kuhstall ertragen, Dreck überall, aber dann sah ich das schlimmste: ein kleiner Hund, an einer schweren Kette draußen auf dem blanken Boden liegend. Er hatte keinen ordentlichen Schlafplatz, Trinkschale und Fressnapf strotzten nur vor Dreck. Sie wurden nie sauber gemacht. Brownie stank, auch er war dreckig, wie die Kühe und Schweine. Dann eine Tür weiter waren viele Katzen auch kleine Katzenbabies. Schniefende Nasen, leckende Augen. Überall lagen trockne Brötchen herum und altes Trockenfutter von den Katzen. Die Katzenbabies mussten das Hundetrockenfutter fressen, das schon länger auf dem blanken Boden lag. Alle litten unter Hunger und Krankheiten, aber die junge Bäuerin meinte, auf dem Bauernhof ist das nun mal so!

Viele Katzen waren schwanger. Es war die pure Inzucht. Ich war oft bei Brownie im Stall, habe ihn gestreichelt und ihm auch immer etwas zu Essen gebracht. Ich nahm dann auch oft was für die Katzen mit. Ich kümmerte mich um sie. Ich holte oft von Dr. W. Antibiotika, Augensalbe, Wurmmittel, Flohmittel etc. Mit einigen Katzen fuhr ich zu verschiedenen Tierärzten in der SG Harsefeld. Einigen Katzen konnte nicht mehr geholfen werden, sie waren bereits zu krank und konnten nicht mehr gerettet werden. Viel kleine Katzenbabies habe ich in gute Hände vermittelt.

Daraus ist natürlich viel Streit mit der Bäuerin und dem alten Bauern entstanden. Die sagten ganz direkt: „Für Katzen geben wir kein Geld aus!“ Aus der örtlichen Tierarztpraxis wurde uns auch gesagt, dass die Bauern alle so mit ihren Katzen umgehen würden. Wir waren entsetzt!... Bitte weiterlesen...

Samstag, 21 Juni 2014 18:28

Drochtersen nimmt Beschluss zurück

Snap 2014.06.21 17h24m03s 001

DROCHTERSEN. Der Drochterser Gemeinderat hat das Aufstellen einer neuen Satzung, die die Kastration von Katzen zur Pflicht macht, vorerst abgelehnt. Die Empfehlung, die Verabschiedung der Satzung abzuwarten, bis die Landesregierung eine entsprechende Rechtsverordnung vorlegt, kam letztlich vom Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund.

Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend hatten sich bereits die Mitglieder des Finanzausschusses und des Verwaltungsausschusses mit der Satzung beschäftigt und diese mehrheitlich empfohlen. Vertreter der Stader Tierhilfe vertraten die Interessen der Tierschützer in den Fachausschüssen mit Nachdruck. Die Politik folgte zunächst den Argumenten. Nun rudert die Gemeinde zurück.

Gegner der Satzung war von Anfang an der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft, Cornelius van Lessen. Nach seiner persönlichen Prüfung der Sach- und Rechtslage habe er festgestellt, dass es keine Ermächtigungsgrundlage für die Satzung gebe. Van Lessen leistete sich mit den Tierschützern per Mail und mit den Politikern am Mittwoch im Rat eine hitzige Debatte zum Thema.

CDU-Fraktionsvorssitzender Kai Seefried erklärte, die Verwaltung habe das Thema zu Recht eingebracht, weil der Bedarf durchaus da sei. Zudem könnten 170 Kommunen, die die Satzung bereits verabschiedet hätten, nicht alle irren. Der Rat habe derzeit keine andere Wahl, als die Satzung abzulehnen, weil der entsprechende Beschluss angefochten werden würde.

Wichtig sei, dass die Debatten um die Katzenkastration und die steigende Population der Tiere in den öffentlichen Blick rückten und diskutiert würden. „Alle haben Interesse am Tierschutz und am Tierwohl“, sagt Seefried. Van Lessen hingegen zweifelte die Hochrechnungen über die steigende Anzahl der Tiere an und bemerkte, „die Erforderlichkeit“ einer solchen Satzung sei nicht geprüft worden.

Der Standpunkt von Daniel Berlin Politiker mit dem Teufel im Nacken

Der Ton wird wieder rauer im Drochterser Gemeinderat. Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wählergemeinschaft, Cornelius van Lessen, ist nach monatelanger Attacken-Pause wieder in Höchstform, stellt Hochrechnungen von Tierschutz-Experten, die die Population von Katzen prognostizieren, per se in Frage, wirft den Ratsmitgliedern vor, wie dumme Schafe hinter einem Alpha-Tier hinterher zu laufen und Beschlüsse mir nichts, dir nichts abzunicken. Der Retter der Kommunalpolitik hatte angemahnt, die Satzung für die Katzenkastration sei rechtswidrig und im Falle der Verabschiedung nichtig, weil die Rechtsgrundlage von der Landesregierung bislang nicht vorliege. Damit hatte van Lessen sogar Recht. Aber seine Vehemenz, mit der er argumentiert, erinnert an die Zeit vor der letzten Kommunalwahl. Damals hatten arrivierte Lokalpolitiker schlichtweg keine Lust mehr, sich ehrenamtlich zu engagieren. Jetzt legt sich der FWG-Chef mit der Kirche an und wettert gegen den Zuschuss der politischen Gemeinde für die Finanzierung des Friedhofswegs. Der Kirchengemeinde kein Geld zu geben, dieser Meinung kann man sein. Aber van Lessen holt das Messer raus und unterstellt der Kirche, sie habe sich rechtswidrig verhalten. Nein: Ein paar Ehrenamtler beantragten bei der Kommune Geld für einen so gut wie öffentlichen Weg. Mehr nicht. Der Dialog zwischen van Lessen und Pastor Bernhard Pippirs nach der Sitzung war interessant. Pippirs empfahl nämlich sinngemäß: Mit dem Teufel im Nacken sollte van Lessen die Kirche lieber meiden.

 Quelle: Stader Tageblatt v. 20.06.2014

Samstag, 21 Juni 2014 11:39

Kastrationspflicht im LK Stade

Ein Schreiben des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes hat  die Einführung der Kastrations- und Registrierungspflicht zunächst blockiert.

Wir wissen nicht, warum der Nieders. Städte- und Gemeindebund plötzlich entgegen seiner Empfehlung vom 06.09.2011 die Einführung der Kastrations- und Registrierungspflicht als "rechtlich umstritten" bezeichnet. In mehr als 200 Kommunen in Niedersachsen und in über 70 Kommunen in NRW wurde diese bereits eingeführt und positiv beurteilt.

Damit wird der Tierschutz wieder hintenan gestellt und die Tierschützer sollen es wieder allein richten.

Selbst wenn in 2015 eine Verordnung auf den Weg gebracht wird, sind auch hier zunächst die Kommunen in der Pflicht.

Wir werden weiterhin an der Einführung der KSVO arbeiten!

Freitag, 20 Juni 2014 17:34

Katzen im Abbruchhaus gerettet

Am Dienstag erhielten wir einen Anruf mit dem Hinweis, dass auf einem Grundstück in Stade  ein Haus abgerissen werden soll, in dem sich eine Mutterkatze mit ihren Babies befindet.

Wir haben darauf hingewiesen, dass hier die Stadt Stade zuständig sei.

Die Vertreterin des städt. Tierheims gab die Auskunft, man sei "eigentlich" nicht zuständig, würde aber mal hinfahren und nachsehen.

Die Tierhilfe hat sofort reagiert und griff unterstützend ein, da nicht viel Zeit blieb bis zum geplanten Abrisstermin am heutigen Freitag. Wir haben so schnell wie möglich  Fallen aufgestellt. Da die scheuen Katzen sich oft erst nachts zeigen, haben wir auch mitten in der Nacht dort nachgeschaut, ob Katzen in der Falle saßen. Letztendlich konnten wir alle Katzen dieser kleinen Familie einfangen.

An dieser Örtlichkeit hat die Tierhilfe Stade e.V. bereits mehrfach Katzen eingefangen und kastrieren lassen. Die Auskunft der Stadt Stade: "Wir sind nicht zuständig"!  ist nach der neuesten Rechtsprechung nicht mehr haltbar.

Samstag, 14 Juni 2014 12:13

Kastrationspflicht in Bad Bentheim

Bentheimer Katzen müssen unters Messer

Rat der Stadt macht Kastration und Registrierung zur Pflicht
gn-online.de 41522
Frei laufende Katzen, wie dieser Streuner, der einen
Garten in Bad Bentheim besucht, müssen jetzt kastriert
werden. Das hat der Rat der Stadt so festgelegt.
Foto: Yvonne Neis

Von Irene Schmidt
Der Rat der Stadt Bad Bentheim hat am Mittwochabend einstimmig beschlossen, eine Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen einzuführen. Damit soll die wilde Vermehrung von frei laufenden „Stubentigern“ eingedämmt werden.

Bad Bentheim. Die Burgstadt ist jetzt eine von gut 160 niedersächsischen Städten und Gemeinden, die eine Kastrationspflicht eingeführt haben. In der Grafschaft jedoch macht der Bentheimer Stadtrat den Vorreiter. Die Veterinärbehörde des Landkreises hatte auf Anfrage bestätigt, dass auch sie die unkontrollierte Vermehrung frei laufender Katzen als problematisch ansehe, aus ihrer Sicht sei es jedoch sinnvoller , wenn die Kastrationspflicht nicht auf Kreisebene, sondern von den Kommunen beschlossen und überwacht werde.

In Bad Bentheim haben seit Jahren die inzwischen als Verein eingetragenen Katzenfreunde Bad Bentheim-Schüttorf für diese Kastrationspflicht gekämpft. Bis dahin hatte der Verein verwilderte Katzen an Futterstellen angelockt, von Tierärzten kastrieren lassen und dann am selben Ort wieder frei gelassen. Die Kastrationen wurden von Sponsoren und über Spenden bezahlt, viele Tierärzte kamen den Katzenfreunden bei den Kosten entgegen. Appelle an private Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen, fruchteten kaum. Lediglich verantwortungsbewusste Tierhalter hatten ihre Katzen und Kater kastrieren lassen.

Jetzt gilt diese Pflicht für alle Besitzer frei laufender Katzen, auch für jene, die irgendwann begonnen haben, einen Streuner regelmäßig mit Futter zu versorgen. Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, die „Städtische Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ um eine Bestimmung zur Tierhaltung zu ergänzen.

Laut Kastrationsverordnung müssen Katzenhalter, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, die Tiere ab einem Alter von fünf Monaten von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Die Tiere müssen zudem dem Deutschen Haustierregister oder bei „Tasso“ gemeldet werden.

Die Kosten für die Kastration belaufen sich nach Angaben der Stadt in etwa auf 120 Euro für weibliche Katzen und 60 Euro für Kater.

Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen zugelassen werden.

Verstöße gegen die Kastrationspflicht werden mit einem Bußgeld geahndet, das eventuell den Katzenfreunden zur Deckung der Betreuung wild lebender Katzen zur Verfügung gestellt werden soll.

Die Bereiche, wo es viele wild lebende, nicht kastrierte Katzen gebe, seien bekannt, berichtete Bürgermeister Dr. Volker Pannen im Rahmen einer kurzen Debatte. Daher solle in öffentlichen Wäldern auch die Fütterung der Streuner zugelassen werden. Gleichzeitig könnten die Tiere dann eingefangen und kastriert werden.

Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen sprachen sich vor der Abstimmung noch einmal für die Kastrationspflicht aus. So bezeichnete Dr. Karin Stader-Deters (SPD) die Verordnung als „überfällig“. Auch Peter Wiering (FDP) begrüßte die Maßnahme. Er beklagte aber, dass streunende Katzen in seinem Garten „kleine Vögelchen“ verspeisten. Seine blumigen Ausführungen gipfelten in der Frage: „Kann man wild herumstreunende Katzen nicht einfach einschläfern?“ Diesem Vorschlag erteilte Bürgermeister Pannen umgehend eine Abfuhr: „Zum Tierschutz gehört auch, lebende Tiere gut zu behandeln.“

Mehrere Katzenfreunde, die der Ratssitzung beiwohnten, zeigten sich nach dem Beschluss glücklich und erleichtert. Die Katzenfreunde Bad Bentheim-Schüttorf hoffen, dass auch die Samtgemeinde Schüttorf – wie bereits erwogen – die Kastrationspflicht einführt.

Quelle:

(c) Grafschafter Nachrichten 2014. Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Grafschafter Nachrichten GmbH & Co. KG.  

Seite 5 von 7