Willkommen bei der

Initiative Katzenschutzverordnung

LK Stade


 

Die Initiative Katzenschutzverordnung LK Stade  hat sich zum Ziel gesetzt, die Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen. Wir wollen Hilfestellung geben für Politiker und Behördenvertreter, die in ihrer Gemeinde/Kommune eine solche Katzenschutzverordnung einführen wollen.

Viele neue Gesetze sind in den letzten Jahren erlassen worden, die die Belange der frei lebenden Katzen betreffen, aber den Behörden oft nicht bekannt sind. Wir wollen mit dieser Seite dazu Informationen geben.

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Aktuelle Meldungen:

Freitag, 20 Juni 2014 17:34

Katzen im Abbruchhaus gerettet

Am Dienstag erhielten wir einen Anruf mit dem Hinweis, dass auf einem Grundstück in Stade  ein Haus abgerissen werden soll, in dem sich eine Mutterkatze mit ihren Babies befindet.

Wir haben darauf hingewiesen, dass hier die Stadt Stade zuständig sei.

Die Vertreterin des städt. Tierheims gab die Auskunft, man sei "eigentlich" nicht zuständig, würde aber mal hinfahren und nachsehen.

Die Tierhilfe hat sofort reagiert und griff unterstützend ein, da nicht viel Zeit blieb bis zum geplanten Abrisstermin am heutigen Freitag. Wir haben so schnell wie möglich  Fallen aufgestellt. Da die scheuen Katzen sich oft erst nachts zeigen, haben wir auch mitten in der Nacht dort nachgeschaut, ob Katzen in der Falle saßen. Letztendlich konnten wir alle Katzen dieser kleinen Familie einfangen.

An dieser Örtlichkeit hat die Tierhilfe Stade e.V. bereits mehrfach Katzen eingefangen und kastrieren lassen. Die Auskunft der Stadt Stade: "Wir sind nicht zuständig"!  ist nach der neuesten Rechtsprechung nicht mehr haltbar.

Samstag, 14 Juni 2014 12:13

Kastrationspflicht in Bad Bentheim

Bentheimer Katzen müssen unters Messer

Rat der Stadt macht Kastration und Registrierung zur Pflicht
gn-online.de 41522
Frei laufende Katzen, wie dieser Streuner, der einen
Garten in Bad Bentheim besucht, müssen jetzt kastriert
werden. Das hat der Rat der Stadt so festgelegt.
Foto: Yvonne Neis

Von Irene Schmidt
Der Rat der Stadt Bad Bentheim hat am Mittwochabend einstimmig beschlossen, eine Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen einzuführen. Damit soll die wilde Vermehrung von frei laufenden „Stubentigern“ eingedämmt werden.

Bad Bentheim. Die Burgstadt ist jetzt eine von gut 160 niedersächsischen Städten und Gemeinden, die eine Kastrationspflicht eingeführt haben. In der Grafschaft jedoch macht der Bentheimer Stadtrat den Vorreiter. Die Veterinärbehörde des Landkreises hatte auf Anfrage bestätigt, dass auch sie die unkontrollierte Vermehrung frei laufender Katzen als problematisch ansehe, aus ihrer Sicht sei es jedoch sinnvoller , wenn die Kastrationspflicht nicht auf Kreisebene, sondern von den Kommunen beschlossen und überwacht werde.

In Bad Bentheim haben seit Jahren die inzwischen als Verein eingetragenen Katzenfreunde Bad Bentheim-Schüttorf für diese Kastrationspflicht gekämpft. Bis dahin hatte der Verein verwilderte Katzen an Futterstellen angelockt, von Tierärzten kastrieren lassen und dann am selben Ort wieder frei gelassen. Die Kastrationen wurden von Sponsoren und über Spenden bezahlt, viele Tierärzte kamen den Katzenfreunden bei den Kosten entgegen. Appelle an private Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen, fruchteten kaum. Lediglich verantwortungsbewusste Tierhalter hatten ihre Katzen und Kater kastrieren lassen.

Jetzt gilt diese Pflicht für alle Besitzer frei laufender Katzen, auch für jene, die irgendwann begonnen haben, einen Streuner regelmäßig mit Futter zu versorgen. Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, die „Städtische Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ um eine Bestimmung zur Tierhaltung zu ergänzen.

Laut Kastrationsverordnung müssen Katzenhalter, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, die Tiere ab einem Alter von fünf Monaten von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Die Tiere müssen zudem dem Deutschen Haustierregister oder bei „Tasso“ gemeldet werden.

Die Kosten für die Kastration belaufen sich nach Angaben der Stadt in etwa auf 120 Euro für weibliche Katzen und 60 Euro für Kater.

Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen zugelassen werden.

Verstöße gegen die Kastrationspflicht werden mit einem Bußgeld geahndet, das eventuell den Katzenfreunden zur Deckung der Betreuung wild lebender Katzen zur Verfügung gestellt werden soll.

Die Bereiche, wo es viele wild lebende, nicht kastrierte Katzen gebe, seien bekannt, berichtete Bürgermeister Dr. Volker Pannen im Rahmen einer kurzen Debatte. Daher solle in öffentlichen Wäldern auch die Fütterung der Streuner zugelassen werden. Gleichzeitig könnten die Tiere dann eingefangen und kastriert werden.

Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen sprachen sich vor der Abstimmung noch einmal für die Kastrationspflicht aus. So bezeichnete Dr. Karin Stader-Deters (SPD) die Verordnung als „überfällig“. Auch Peter Wiering (FDP) begrüßte die Maßnahme. Er beklagte aber, dass streunende Katzen in seinem Garten „kleine Vögelchen“ verspeisten. Seine blumigen Ausführungen gipfelten in der Frage: „Kann man wild herumstreunende Katzen nicht einfach einschläfern?“ Diesem Vorschlag erteilte Bürgermeister Pannen umgehend eine Abfuhr: „Zum Tierschutz gehört auch, lebende Tiere gut zu behandeln.“

Mehrere Katzenfreunde, die der Ratssitzung beiwohnten, zeigten sich nach dem Beschluss glücklich und erleichtert. Die Katzenfreunde Bad Bentheim-Schüttorf hoffen, dass auch die Samtgemeinde Schüttorf – wie bereits erwogen – die Kastrationspflicht einführt.

Quelle:

(c) Grafschafter Nachrichten 2014. Alle Rechte vorbehalten
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BUXTEHUDE. Der Buxtehuder Rat hat es mit den Stimmen von SPD, CDU und FDP abgelehnt, eine Satzung zur Kastration von streunenden Katzen zu erlassen.
Die Verwaltung hatte einen entsprechenden Antrag der Grünen, die nur bei BBG/FWG und der Linken Unterstützung fanden, kritisch bewertet. Es bestehe kein konkreter Handlungsbedarf, so die Verwaltung; die bestehenden Möglichkeiten über das Niedersächsische Gesetz für die öffentliche Sicherheit und Ordnung reichten aus, um gegebenenfalls einzugreifen. Demgegenüber betonte Bärbel Lübke-Elbracht für die Grünen, dass es ein massives Problem auch in Teilen Buxtehudes gebe, das Tierheim sei überfüllt. In Niedersachsen hätten inzwischen 190 Gemeinden mit einer Satzung reagiert und auch die Tierärztekammer plädiere für eine Kastration streunender Katzen.

Quelle: Buxtehuder Tageblatt

 

Katzen müssen künftig kastriert werden

DROCHTERSEN. Die Gemeinde Drochtersen führt wahrscheinlich die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für alle Katzen ein, die sich außerhalb der Wohnungen ihrer Halter frei bewegen. Das empfahlen am Montagabend die Mitglieder des Finanzausschusses. Letztlich muss der Gemeinderat entscheiden. Tierschützer hatten am Montag stark für die Verordnung geworben.

In Drochtersen sind in den Jahren 2010 bis 2013 für die Unterbringung und die Versorgung von Fundtieren beim Tierarzt, insbesondere Katzen, im Durchschnitt jährliche Kosten in Höhe von etwa 3000 Euro angefallen. Gerade die Unterbringung von Fundtieren ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Etwa 30 Tiere stehen jedes Jahr in der Statistik der Kommune. Die Lokalpolitiker und die Verwaltung erhoffen sich von der neuen Verordnung, die jährlichen Kosten zu senken. Die Samtgemeinde Apensen hatte als erste Kommune im Landkreis Stade eine entsprechende Verordnung erlassen. Sollte die Verordnung greifen, beauftragt die Gemeinde die Tierhilfe Stade, die Katzenhalter über die Neuerung aufzuklären und Möglichkeiten einer Kastration aufzuzeigen.

Die Verordnung könnte bereits am 1. Juli in Kraft treten. Menschen, die sich dann nicht daran halten, können mit einer Geldbuße von bis zu 5000 Euro belegt werden.

Die Tierschützer berichteten von einem Fall im Theisbrügger Moor. Dort fanden sie bei einem Landwirt 50 Katzen, teilweise halb verhungert, abgemagert, krank und verletzt. Die Tierhilfe versorgt pro Jahr 400 Katzen. Die Tendenz sei steigend, sagen die Tierschützer.

Quelle: Stader Tageblatt vom 07.05.2014


Anmerkung der Initiative KSVO LK Stade:

Unser Dank gilt den Politikern und der Verwaltung in der Gemeinde Drochtersen. Wir wurden dort sehr freundlich und offen aufgenommen und bekamen die Gelegenheit, die Problematik mit unkastrierten Katzen aufzuzeigen.

Sonntag, 04 Mai 2014 10:02

Gegen die Katzenschwemme

Kastrations- und Kennzeichnungspflicht greift ab Mai – Zuschüsse sind möglich


gb.Hollenstedt.Hollenstedt macht ernst im Kampf gegen die Katzenschwemme. Als erste Kommune des Landkreises Harburg führt die Samtgemeinde ab dem 1. Mai 2014 die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Samtpfoten ein. „Wir wollen damit den Tierschutz in den Fokus rücken“, sagt Ordnungsamtsleiterin Kerstin Markus. Die bislang unkontrollierte Vermehrung der so genannten Freigänger führt nicht nur zu vollen Tierheimen und wild lebenden Katzen, die in der freien Natur nicht überlebensfähig sind, sondern birgt auch die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten. Darüber hinaus bezieht sich der Tierschutz auch auf den Schutz von Singvögeln, insbesondere während der Brutzeit.Zudem können entlaufene registrierte Katzen schneller an ihre Besitzer zurückgegeben werden, so Kerstin Markus weiter. Für Katzenbesitzer, die finanziell nicht in der Lage sind, die auf sie dadurch zukommenden Kosten zu tragen, hat die Samtgemeinde Mittel zur Verfügung gestellt. Daraus werden auf Antrag Zuschüsse von rund 50 Prozent gewährt. Die Bedürftigkeit wird an Hand von Einkommens- und Vermögensnachweisen über die Buchholzer Dr. Frölich-Tierschutzstiftung geprüft. „Wir begrüßen dieses Vorgehen außerordentlich“, erklärt die Vereinsvorsitzende Marianne Fröhlich.
Entsprechende Anträge können bei den Hollenstedter Tierarztpraxen Gieseler (Tel: 04165-80011) und Werner (Tel.: 04165-9993600) gestellt werden. Mit beiden Praxen hat die Samtgemeinde Vereinbarungen über die Höhe der entstehenden Kosten geschlossen. Sie entsprechen dem Mindestsatz der Tierärztlichen Gebührenordnung, und belaufen sich für die Kastration von Katzen auf 100 Euro, und für die von Katern auf 50 Euro. Für die Implantation eines Chips, durch den die Kennzeichnungspflicht erfüllt wird, entstehen Kosten von 15 Euro.

Quelle: Kreiszeitung Wochenblatt vom 30.04.2014
Sonntag, 04 Mai 2014 09:46

Fundkater in Kutenholz

 Happy-End für Teeger

Manchmal überholen sich die Ereignisse. Noch bevor wir diesen Kater in der Zeitung vorstellen konnten, um sein altes oder ein neues Zuhause zu suchen, wurde er per Zufall auf einem Flugblatt entdeckt und konnte so ganz schnell an seine Familie zurück gegeben werden. Die Freude war groß, als Teeger in seinem Zuhause ankam. Was war passiert?

Der kleine unkastrierte junge Mann versuchte sich als Freier. Er war wohl seinem ersten Trieb gefolgt und suchte eine Katzendame. Wir fanden ihn in der „Mitte von Nichts“ in der Nähe einer Schweinemastanlage in Kutenholz. Sofort haben wir in der Umgebung von Kutenholz, Flugzettel ausgehängt.

Seine Familie, die in Fredenbeck einkaufen war, erzählte der Kassiererin, dass sie ihren Kater vor zwei Monaten! verloren hätten. Die Kassiererin erinnerte sich an die Flugzettel in Kutenholz. Tatsächlich, es stellte sich heraus, dass es ihr Teeger war, den wir gefunden hatten. Zwei Monate hat er sich irgendwie durchgeschlagen.

Teeger wurde schnell nach Hause geholt, selbstverständlich kastriert und tierärztlich versorgt. Nun hat er auch ein hübsches Tattoo im Ohr, damit man ihn jetzt leichter zurück bringen kann, falls er mal wieder ausbüxt. Nur der Spaß mit den Katzendamen hat jetzt ein Ende.

Eine Bitte an alle Katzenhalter: lassen Sie ihre Katzen und Kater (rechtzeitig) kastrieren, kennzeichnen und registrieren (Tasso e.V. /Dtsch.Haustierregister)!

  

Fundkater Kutenholz 500x373

Wer kennt dieses Kerlchen? Wer vermißt  einen kleinen Kater?

Er wurde in der Nähe einer Schweinemastanlage in Kutenholz gefunden.

Er ist sehr schmusig, darum gehen wir davon aus, dass er entweder entlaufen ist oder ausgesetzt wurde.

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Tel. 04762/923366

Samstag, 26 April 2014 12:16

Kommunen mit Kastrationspflicht

Anzahl der Kommunen mit einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen

Mit Stand 03.04.2014 haben insgesamt 282 Kommunen eine solche Verpflichtung verabschiedet. Davon 202 Kommunen in Niedersachsen, 71 Kommunen in Nordrhein Westfalen und 3 Kommunen in Thüringen. Dazu kommt das Bundesland Hansestadt Bremen mit Bremerhaven und jeweils 1 Kommune in Rheinland Pfalz, Hessen, Sachsen, Sachsen Anhalt und Mecklenburg Vorpommern.

Freitag, 25 April 2014 18:42

Pflegestelle gesucht

"Wir haben in Harsefeld kein Katzenproblem!" Aussage der Verwaltung in Harsefeld.

Wir haben da ganz andere Erfahrungen:

Ich wurde heute nach Bargstedt, LK Stade, gerufen. Seit Jahren gibt es dort ein Katzenproblem.  Tierliebe Menschen fangen viel Tierleid auf, indem sie auf eigene Kosten die Katzen kastrieren und tierärztlich behandeln lassen. Die Verursacher des Tierleids kümmert das nicht. Da wir keine Katzenschutz-Verordnung in der SG Harsefeld haben, werden diese Tiere weiter leiden und auch deren Nachkommen.

 Wir suchen händeringend einen Pflegeplatz für einen Kater, der dort seinen Futterplatz verloren hat. Wir haben Angst um sein Leben.

Wer kann den Kater aufnehmen? Wir würden ihn selbstverständlich kastrieren und tierärztlich versorgen lassen.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Telefon 04762/923366

Dienstag, 15 April 2014 15:49

Fachaufsichtsbeschwerde hatte Erfolg!

So berichtete das TAGEBLATT am 13. Januar dieses Jahres über die Katze, die zu einer Beschwerde der Tierschützer über einen Mitarbeiter im Fredenbecker Rathaus führte.

FREDENBECK. Sie haben alles richtig gemacht, die Menschen, die Anfang des Jahres eine Katze in Fredenbeck fanden und diese als Fundtier im Rathaus melden wollten.

„Die Finderin der Katze hat sich korrekterweise an die Samtgemeinde gewandt“, sagte die für juristische Fragen zuständige Landkreis-Dezernentin Nicole Streitz auf TAGEBLATT-Nachfrage. Das bedeutet zugleich, dass der Behördenvertreter, der die Zuständigkeit damals abstritt, falsch handelte. Der Tierschutzverein Tierhilfe Stade, der mit einer Fachaufsichtsbeschwerde den Kreis als übergeordnete Behörde eingeschaltet hatte, kann seinen Einsatz damit als Erfolg verbuchen.

Die Tierschützer hatten nach der Ablehnung der Aufnahme des Fundtiers in Fredenbeck die Katze vereinsintern untergebracht. Nachdem durch einen Tierarzt ein Mikrochip zur freiwilligen Registrierung der Katze ausgelesen wurde, konnte schnell der Besitzer ermittelt werden. Dabei stellte sich heraus, dass das kleine weiß-braune Tier unbemerkt im Auto von Drochtersen gen Fredenbeck gefahren war. Unterbringung und Suche seien die „originäre Aufgabe der Samtgemeinde“ gewesen, meinten die Tierschützer in ihrem offiziellen Beschwerdeschreiben.

Die Samtgemeinde Fredenbeck hat inzwischen reagiert. Sie kaufte ein entsprechendes Lesegerät, um zukünftig selbst die Besitzer der mit Mikrochips gekennzeichneten Tiere ermitteln zu können. Bei Katzen ist die Registrierung freiwillig, bei Hunden in Niedersachsen vorgeschrieben.

Die Tierschützer merken hierzu an, dass es aus ihrer Sicht „leider im Landkreis Stade keine Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen“ gebe – außer in den Samtgemeinden Apensen und Nordkehdingen. So sei das Chipauslesegerät nur eingeschränkt geeignet, einen Halter zu ermitteln. Sie fragen: Was passiert, wenn die Katze nicht gechipt ist? Dazu sagt Dezernentin und Juristin Streitz: Die Europäisch Kurzhaar, also die bauernstämmige Hauskatze, könne frei draußen leben. Doch sei bei einer Katze nicht von einem Wildtier auszugehen, sondern „erst einmal im Zweifel immer von einem Fundtier“, bei dem sich wie in diesem Fall die zuständige Kommune hätte kümmern müssen.

Quelle: Stader Tageblatt vom 15.04.2014

Freitag, 11 April 2014 17:43

Stimmen zum Urteil

Kommune muss für Katzen zahlen: Tierschutzverein gewinnt Prozess

Kassel. Katzen vermehren sich gern und reichlich, streunende Tiere können gar zur Plage werden. Doch wer zahlt, wenn „Ausreißer“ verletzt oder verwahrlost gefunden werden und versorgt, kastriert und geimpft werden müssen?

In dieser Frage hat der Tierschutzverein „Tierfreundlich“ aus dem mittelhessischen Lich gestern vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel einen juristischen Sieg gegen die Gemeinde Reiskirchen im Mittelhessischen errungen: Die Gemeinde muss nun nach jahrelangem juristischen Tauziehen endgültig 6100 Euro als Aufwendungsersatz für die Versorgung aufgefundener Katzen an den Tierschutzverein zahlen. Sie hat ihre Berufung gegen das vorinstanzliche Urteil zurückgenommen.

Das könnte auch Konsequenzen für die Finanzierung der Versorgung und Unterbringung von entlaufenen Haustieren in der Kasseler Region haben. Die Entscheidung des Gerichts schaffe Rechtssicherheit und sei ein Sieg für den Tierschutz, sagte Cornelia Konrad, Vorsitzende des Vereins. Nach Ansicht des VGH kann eine Kommune verpflichtet sein, Tierschützern die Kosten für gefundene Tiere zu ersetzen. Diese Auffassung hatte schon das erstinstanzliche Verwaltungsgericht Gießen vertreten. Der Tierschutzverein habe mit der Aufnahme und Versorgung der Katzen grundsätzlich eine Aufgabe erledigt, die eigentlich die Kommune hätte übernehmen müssen, sagte Vorsitzender Richter Hans-Joachim Möllein. Dabei könne man nicht - wie es die Gemeinde behauptet hatte - zwischen entlaufenen Tieren einerseits und den von ihren Besitzern ausgesetzten Tieren unterscheiden. Das Tierschutzgesetz mache da keinen Unterschied. Allein für bereits in der Wildnis, ohne ein „Herrchen“, aufgewachsene Haustiere könne etwas anderes gelten. Das sei heute im konkreten Fall aber nicht mehr aufzuklären. Auf Anregung des VGH nahm die Gemeinde Reiskirchen daraufhin ihre Berufung zurück.

Hans H. Gast vom politischen Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (Kassel) und Dieter Büchling, Vorsitzender des Vereins Guxhagener Katzenhilfe begrüßten den Ausgang des Prozesses. Es werde hoffentlich Kommunen in der Region veranlassen, mehr Geld für die Versorgung von Fundtieren auszugeben, meinten sie. Er habe von Tierfreunden gehört, dass beispielsweise die Gemeinde Schauenburg versuche, mit dem Argument, sie sei nicht zuständig, die Inobhutnahme herumlaufender Katzen zu vermeiden, berichtete Büchling. Sein Verein kümmere sich pro Jahr um 80 solcher Tiere, ohne einen Aufwendungsersatz zu erhalten.

Von Peter Dilling

Quelle:Hessische/Niedersächsische Allgemeine

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