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Initiative Katzenschutzverordnung

LK Stade

 

Die Initiative Katzenschutzverordnung LK Stade  hat sich zum Ziel gesetzt, die Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen einzuführen. Wir wollen Hilfestellung geben für Politiker und Behördenvertreter, die in ihrer Gemeinde/Kommune eine solche Katzenschutzverordnung einführen wollen.

Viele neue Gesetze sind in den letzten Jahren erlassen worden, die die Belange der frei lebenden Katzen betreffen, aber den Behörden oft nicht bekannt sind. Wir wollen mit dieser Seite dazu Informationen geben.


Aktuelle Meldungen:

Montag, 13 Januar 2014 22:10

Kommunen und Fundtiere

Wie die meisten Kommunen mit Fundtieren umgehen, zeigt der Artikel aus dem Stader Tageblatt.

 

Stader Tageblatt vom 13.01.2014


Katze
Diese kleine Katze, die unentdeckt in einem Auto von
Drochtersen nach Fredenbeck fuhr, ist jetzt Grund für
eine an die Landkreisverwaltung verschickte Beschwerde
über das Ordnungsamt in Fredenbeck.
LANDKREIS. Unbemerkt fährt eine Katze im Auto von Drochtersen nach Fredenbeck mit. Jetzt ist die Katze wieder zu Hause. Aber die Sache hat ein Nachspiel.

Die kleine weiße Katze ist zahm. Deshalb ruft die Finderin aus Deinste das Fredenbecker Ordnungsamt an. Doch da will man der Bürgerin nicht weiterhelfen, weil – so ein Behördenvertreter – 450 Euro für die Abgabe des Tieres an das Tierheim Stade auflaufen würden. Der Verein Tierhilfe Stade sorgt schließlich dafür, dass die gechipte Katze wieder nach Hause kommt: Das Tier war unbemerkt im Auto von Drochtersen nach Fredenbeck mitgefahren. Aber die Sache hat ein Nachspiel. Tierschützer haben Fachaufsichtsbeschwerde eingelegt. Das Ablehnen von Fundtieren sei kein Einzelfall im Kreis Stade, berichtet die Tierhilfe-Vorsitzende Beate Dowson.

Es sei in der Rechtssprechung eindeutig, dass die Ordnungsbehörde für die Aufnahme von Fundtieren zuständig ist, begründen die Tierschützer ihre offizielle Beschwerde, die an die Landkreis-Verwaltung abgeschickt wurde und in Kopie an Samtgemeindebürgermeister Friedhelm Helk ging. Der Amtsträger müsse die aufgefundene Hauskatze in Obhut nehmen und die entsprechende Versorgung im Rahmen des Tierschutzgesetzes sicherstellen. Dafür habe die Kommune das Recht, den Halter für die entstandenen Kosten in Regress zu nehmen. Das heißt, der Besitzer des entlaufenen Tieres hätte unter Umständen für dessen Unterbringung im Tierheim Stade nachträglich aufkommen müssen.

Als es im Fredenbecker Rathaus keine Hilfe gab, suchte Beate Dowson vereinsintern eine Pflegestelle für die Katze. Ein Besuch beim Tierarzt klärte die Besitzverhältnisse. Mit Hilfe eines Geräts, das schmerzfrei die Daten aus einem unter der Haut eingebrachten Chip ausliest, konnte die Heimatadresse der vierbeinigen Autofahrerin ermittelt werden. Offenbar war sie unentdeckt im Wagen mit Nachbarn der Besitzer nach Deinste gefahren. Die Besitzerfamilie holte die Katze noch am Abend aus der Pflegestelle ab. „Das Auslesen des Chips wäre die originäre Aufgabe des Amtes in Fredenbeck gewesen“, so Dowson. Auf TAGEBLATT-Nachfrage wollte Samtgemeindebürgermeister Helk inhaltlich nichts zu dem Fall sagen. Die Beschwerde sei erst am Donnerstag eingegangen, mit dem betroffenen Kollegen habe er noch nicht sprechen können.

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Cornelia Haak

Initiative

Katzenschutzverordnung

Beate Dowson

Tierhilfe Stade

Dass die Pflege und Rückvermittlung von Fundtieren im Landkreis Stade spürbar häufiger ehrenamtlich geführten Tierschutzvereinen zufällt, passt zeitlich mit einer grundlegenden Veränderung der Finanzierung der Tierheimplätze zusammen. Das Tierheim in Stade gehört der Stadt Stade. Bis Ende 2010 übernahm der Landkreis die Kosten für alle Kommunen. Seit dem 1. Januar 2011 werden in Stade-Hagen nur noch Tiere aufgenommen, für die eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung der jeweiligen Gemeinde vorliegt. Bei Abgabe eines Hundes oder einer Katze werden danach pauschal 455 Euro berechnet. Bei einem Kleintier werden 90 Euro erhoben. Mit dem einmaligen Betrag sind dann alle Kosten wie Tierarzt, eventuell Kastration sowie Futter und Pflege unabhängig von der Verweildauer des Tieres abgegolten. Voraussetzung für die Pauschalabrechnung sind Verträge, die einzelne Kommunen mit der Stadt Stade abgeschlossen haben. Das sind nach Auskunft der Stadt: die Samtgemeinden Apensen, Fredenbeck, Oldendorf-Himmelpforten, Horneburg und Lühe sowie die Gemeinde Jork und die Stadt Buxtehude. Die anderen Kommunen haben Vereinbarungen mit Tierschutzhöfen in Vereinshand abgeschlossen.

Seit 2002 gebe es einen Paragrafen im Grundgesetz, durch den der Tierschutz als Staatsziel verankert ist und dem sich alle Behörden zu verpflichten haben, erklärt Cornelia Haak von der Initiative Katzenschutzverordnung Landkreis Stade. Unter anderem das habe in den letzten Jahren dazu geführt, dass etliche Gerichte Urteile erlassen hätten, was die Aufnahme und Versorgung von Fundtieren angeht. „Leider ist diese Rechtsprechung bei vielen Behörden im Landkreis Stade noch nicht angekommen und es werden immer wieder rechtswidrig Fundkatzen als Fundtiere abgelehnt“, so Haak. In Fredenbeck wurde von Amtsseite die Einschätzung geäußert, dass es sich nicht um ein entlaufenes Tier, sondern um ein „Lebewesen der Natur“ handele und deshalb nicht das Ordnungsamt, sondern das Veterinäramt des Landkreises zuständig sei.

Aus Sicht von Beate Dowson sollen durch solche Äußerungen Zuständigkeiten verschoben werden, bis der Finder aufgibt oder sich am Ende eine ehrenamtlich arbeitende Tierschutzorganisation „erbarmt“. Diese Vermutung stützen aktuelle Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden aus dem Landkreisbereich 35 Hunde und 57 Katzen ins Stader Tierheim gebracht, aus der Stadt Buxtehude waren es 18 Tiere. „Wir haben in diesem Zeitraum mehr als 400 Katzen durchgeschleust“, sagt Dowson zum Vergleich.

Dabei setzt sich der Verein Tierhilfe Stade parallel für eine Kastrationspflicht in den Kommunen ein. Streuner zu vermitteln, sei nicht das Ziel, erklärt Dowson. Nur für zahme Katzen wie im Fall aus Fredenbeck werden der alte oder ein neuer Besitzer gesucht. Streuner, die sich nicht anfassen lassen, werden nach der Kastration wieder in der Nähe entsprechender Pflegestellen in die Freiheit entlassen.

Das Tierheim in Stade kostete die Stadt zuletzt im Jahr 148 000 Euro an Sach- und Personalkosten, bei Einnahmen in Höhe von 14 000 Euro. Auch der Verein Tierhilfe Stade ist auf Spenden angewiesen. „Wir werden es nicht mehr hinnehmen, dass Behördenvertreter ihrer gesetzlichen Aufgabe nicht nachkommen und zunehmend ehrenamtlich geführten Tierschutzvereinen diese Aufgabe durch ihre Verweigerung übertragen“, so die Vorsitzende Dowson. Deshalb habe man sich diesmal entschlossen, den Rechtsweg zu beschreiten. Und der Verein werde diesen auch in Zukunft nicht scheuen, um eine Veränderung herbeizuführen.

 

Quelle: Stader Tageblatt

Sonntag, 22 Dezember 2013 20:58

Kastrationspflicht für Katzen in Apensen

Die Lokale Presse über die neu eingeführte Kastrationspflicht für Katzen in der Samtgemeinde Apensen:

Stader Tageblatt vom 26.09.13

 

Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in Apensen

von Claudia Michaelis
Katzen
Foto: dpa
APENSEN. Mit breiter Mehrheit hat Apensens Samtgemeinderat am Dienstag ein neues „Katzengesetz“ beschlossen: Ab 1. Oktober müssen alle Halter von Katzen, die ihre Tiere als Freigänger draußen laufen lassen, ihre Katzen kastrieren und erfassen lassen. Die Kommune will das als Tierschutzmaßnahme verstanden wissen, die das Leid verelendender Streuner lindern soll. Die Tierschutzvereine im Landkreis wünschen sich, dass andere Kommunen dem Beispiel Apensens folgen. Sie schlagen Alarm, weil sie der Katzenschwemme kreisweit nicht mehr Herr werden.

Der Anstoß für Apensens Handeln kam von den Tíerschutzvereinen selbst. Der Verein Tierschutz Stade und die Tierhilfe Stade als ältester Tierschutzverein im Landkreis hatten sich im Vorfeld an die Kommune gewandt, weil das Katzenproblem kreisweit immer größer werde, berichten Beate Dowson, Vorsitzende der Tierhilfe Stade, und Cornelia Haak vom Tierschutz Stade. Seit 30 Jahren mache die Tierhilfe nichts anderes, als herrenlose Katzen einzufangen und zu kastrieren. Doch all diese Bemühungen hätten nicht geholfen. Statt zu sinken, wachse die Population immer weiter an. Die Tierhilfe bekomme täglich Anrufe und Anfragen. „Wir sind so überlaufen mit Fundkatzen, dass wir nicht mehr wissen, wohin damit: Im Landkreis Stade muss etwas passieren, sonst bricht das hier zusammen“, sagt Dowson. Pro Jahr lassen die Tierschützer kreisweit rund 400 Katzen kastrieren. Gut 100 Euro kostet die Kastration einer weiblichen Katze, so dass allein der Tierhilfe mehr als 40 000 Euro im Jahr an Kosten entstünden. Die Tierhilfe selbst versorgt 150 Katzen an verschiedenen Futterstellen im Kreis. „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, die Not der Katzen ist noch viel größer, man sieht sie nur nicht so“, sagt Haak.

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Cornelia Haak

Tierschutz Stade

Beate Dowson

Tierhilfe Stade

Auch in der Samtgemeinde Apensen tauche das Problem der massenweisen Ansammlung von Streunern immer wieder auf. So hätten 2012 in Sauensiek im Wohngebiet am Schulweg 30 Katzen eingefangen und kastriert werden müssen. Im Juni sei im Wohngebiet in Apensen eine größere Katzenpopulation aufgetreten, über die sich die Nachbarn beschwert hätten. Das Problem sei, dass die Hilferufe immer erst kämen, wenn sich die Katzen irgendwo in größerer Zahl ansammeln, weiß Haak.

Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer und die Ratsmehrheit hat das überzeugt. Sommer wirbt um Akzeptanz für die neue Verordnung. Die sei nicht als Bestrafung der Bürger, sondern als Tierschutzmaßnahme zu verstehen, die das Leid der Tiere lindern und die Halter auf ihre Verantwortung hinweisen soll. Noch immer herrsche viel Unwissen in der Bevölkerung, sagt Sommer. Auch er sei immer davon ausgegangen, dass herrenlose Katzen sich draußen selbst versorgen könnten. Das stimme aber nicht. Wenn sie nicht gefüttert werden, erkrankten und verelendeten die Tiere. Nur Nachwuchs gibt es immer weiter, denn bei den Hauskatzen gibt es keine Geburtenregulation von Natur aus.

Die Tierärzte in Apensen und Umgebung werden die neue Verordnung nun bekommen. Sie sollen die Katzenhalter beim Arztbesuch darauf hinweisen, dass die Tiere kastriert und tätowiert oder gechipt werden müssen. Auf diese Weise hoffe die Kommune, einen Großteil der Freigänger zu erfassen und die unkontrollierte Vermehrung einzudämmen, sagt Sommer: „Ohne diese Verordnung haben wir keine Möglichkeit zu sagen, lasst die Katze kastrieren. Leute, die zugelaufene Katzen über einen längeren Zeitraum hinweg füttern, müssen wissen, dass das dann ihre Katze ist und sie in die Verantwortung genommen werden.“

Wer das nicht will, soll zugelaufene herrenlose Katzen zwar füttern – notleidenden Tieren nicht zu helfen, verstößt gegen das Tierschutzgesetz – sich aber sofort bei der Kommune melden. Die tritt dann in die Pflicht. „So kommen wir vielleicht dahin, dass sich die Leute nicht erst melden, wenn es schon 30 Katzen sind, die irgendwo herumlaufen, hofft Dowson. Die wenigen Kritiker aus den Reihen des Rates fragen sich, wie die neue Verordnung in der Praxis kontrolliert werden soll. Sie fürchten, dass sie eher dazu führen wird, dass Tiere wegen der zusätzlichen Kosten für die Halter ausgesetzt oder getötet werden. Die Tierschützerinnen wünschen sich dagegen, dass jetzt mehr Kommunen dem Beispiel Apensens folgen. Die Vereine würden nun auch die anderen Kommunen anschreiben, in denen akute Fälle auftreten, kündigt Dowson an. Die Kosten für die Kastration werde der Verein künftig nur noch übernehmen, wenn die jeweilige Gemeinde eine solche Verordnung erlasse.

Die neuen Spielregeln

Die neue „Verordnung über die Kastrations- und Kennzeichnungspflicht von Katzen im Gebiet der Samtgemeinde Apensen, die sich außerhalb der Wohnungen ihrer Halter frei bewegen“, ist auf der Homepage der Samtgemeinde Apensen unter www.apensen.de/Bürgerservice ›Bürgerinformationssystem in den Vorlagen für die Samtgemeinderatssitzung am 24. September nachzulesen.

 

Quelle: Stader Tageblatt

 

Kreiszeitung Wochenblatt vom 26.09.13

 

Freilaufende Katzen müssen registriert und kastriert werden

 

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Apensen ist die erste Kommune in der Region,
die eine Verordnung erlässt, nach der freilaufende
Katzen kastriert werden müssen­. Foto:bo

tk. Apensen. Die Samtgemeinde Apensen will als erste Kommune in den Landkreisen Stade und Harburg eine Kennzeichnungs- und Kastrationspflicht für freilaufende Katzen einführen. Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer betont, dass diese Verodnung keine bürokratische Schikane sei, sondern auf eine Initiative von Tierschützern zurückgehe. Es sei eine Mär, dass Katzen in freier Wildbahn ohne den Menschen überleben. "Jedes Jahr sterben viele Katzen elendig", sagt Sommer. Die Verordnung sei daher auch ein Stück weit Tierschutz.
Das wird künftig vorgeschrieben sein: Wer seine Stubentiger frei herumlaufen lässt, muss sie entweder chippen oder tätowieren lassen und zudem in einem der großen Tierregister eingetragen lassen. Außerdem müssen die Tiere kastriert werden. Tierschützer erhoffen sich vor allem davon ein Ende der Katzenschwemme. Schon mehrfach hat das WOCHENBLATT darüber berichtet, dass die Tierheime die vielen Kätzchen gar nicht mehr aufnehmen können. Peter Sommer rechnet vor, dass die Samtgemeinde pro Jahr rund 3.500 Euro aufwenden muss, damit Katzen, die auf Apensener Gebiet aufgegriffen werden, kastriert werden. Um die Tierbesitzer zu erreichen, will die Verwaltung mit den Tierärzten zusammenarbeiten. Die sollen Katzenhalter über die neue Verordnung informieren. Irgendwann, davon ist Peter Sommer überzeugt, werde die Gemeinde erfahren, wenn jemand freilaufende Katzen hält, die weder kastriert noch registriert sind. Wer gegen die Verordnung verstößt, muss mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro rechnen. Die Gemeinde wird aber niemanden einstellen, der als Katzenkontrolleur unterwegs ist. Als Katzenhalter gilt nach der neuen Verordnung übrigens auch, wer die Tiere füttert, ohne sie ins Haus zu lassen. Peter Sommer rechnet damit, dass es Proteste gegen die strengen Vorschriften gibt. Der Samtgemeindebürgermeister verweist darauf, dass es um aktiven Tierschutz gehe und bereits 170 Gemeinden in Niedersachsen ähnliche Regelwerke haben. Kritik - nicht an der Sache, aber an der Informationspolitik - kommt von den Grünen: Die Bevölkerung müsse besser informiert werden, so die Ratsfraktion. Nur dann sei zu erwarten, dass die neuen Vorschriften auf Akzeptanz stoßen.

Quelle: Kreiszeitung Wochenblatt

 

Wir möchten uns an dieser Stelle für die großartige Unterstützung der Katzenhilfe Bleckede bedanken.

Durch das kompetente Fachwissen und den großartigen Vortrag durch Herrn Dieter Ruhnke konnte der Apensener Samtgemeinderat von der dringenden Notwendigkeit einer Kastrations- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen überzeugt werden.

Alle Informationen zur Einführung einer Kastrationspflicht finden Sie unter:

www.katzenhilfe-bleckede.de

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