Sonntag, 06 Juli 2014 15:09

Fortsetzung "Die ländliche Idylle..."

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 Diesen Bericht schrieb uns eine Einwohnerin eines kleiner Ortes, ländlich geprägt, in der Samtgemeinde Harsefeld.

Orte und Namen haben wir verändert, um nicht die dort noch lebenden Tiere in Gefahr zu bringen.

Flocke1 500x281Dieser Bericht dokumentiert das alltägliche Elend der Katzen auf dem Lande.

Vor 14 Jahren zogen mein Lebensgefährte und ich samt meinen zwei Katzen Püppi und Rosalie in einen kleinen Ort in der Samtgemeinde Harsefeld. Sie kamen natürlich aus dem Tierschutz, und kamen auch aus einer schlechten Haltung. So, nun lebte ich auf dem Lande und durfte die ländliche Idylle, die sich für die Tiere als Hölle erwies, ertragen. Von meiner Küche aus konnte ich den rechten Kuhstall, schauen. Aus dem anderen Fenster musste ich den Anblick auf den linken Kuhstall ertragen, Dreck überall, aber dann sah ich das schlimmste: ein kleiner Hund, an einer schweren Kette draußen auf dem blanken Boden liegend. Er hatte keinen ordentlichen Schlafplatz, Trinkschale und Fressnapf strotzten nur vor Dreck. Sie wurden nie sauber gemacht. Brownie stank, auch er war dreckig, wie die Kühe und Schweine. Dann eine Tür weiter waren viele Katzen auch kleine Katzenbabies. Schniefende Nasen, leckende Augen. Überall lagen trockne Brötchen herum und altes Trockenfutter von den Katzen. Die Katzenbabies mussten das Hundetrockenfutter fressen, das schon länger auf dem blanken Boden lag. Alle litten unter Hunger und Krankheiten, aber die junge Bäuerin meinte, auf dem Bauernhof ist das nun mal so!

Viele Katzen waren schwanger. Es war die pure Inzucht. Ich war oft bei Brownie im Stall, habe ihn gestreichelt und ihm auch immer etwas zu Essen gebracht. Ich nahm dann auch oft was für die Katzen mit. Ich kümmerte mich um sie. Ich holte oft von Dr. W. Antibiotika, Augensalbe, Wurmmittel, Flohmittel etc. Mit einigen Katzen fuhr ich zu verschiedenen Tierärzten in der SG Harsefeld. Einigen Katzen konnte nicht mehr geholfen werden, sie waren bereits zu krank und konnten nicht mehr gerettet werden. Viel kleine Katzenbabies habe ich in gute Hände vermittelt.

Daraus ist natürlich viel Streit mit der Bäuerin und dem alten Bauern entstanden. Die sagten ganz direkt: „Für Katzen geben wir kein Geld aus!“ Aus der örtlichen Tierarztpraxis wurde uns auch gesagt, dass die Bauern alle so mit ihren Katzen umgehen würden. Wir waren entsetzt!... Bitte weiterlesen...

 

Flaschen-Babies

Eines Tages gab es wieder Katzenbabies. Sie mussten mit der Flasche aufgezogen werden. Die Bäuerin tat das auch, aber nur, weil ihre Tochter das so niedlich fand. Als beide Katzenbabies groß waren, hat sie sich nicht mehr um sie gekümmert. Sie sagte zu mir: „Wenn sie groß sind, können sie hingehen, wohin sie wollen, sie sind ja frei!“

Kater Hannes

Der eine von den beiden wurde überfahren, den anderen Kater nahm ich mit zu mir. Hannes nannte ich ihn. Meine Katze Mausi hatte sich mit ihm angefreundet. Er hatte es aber nicht leicht, in dieser Umgebung mit so vielen unkastrierten Katern. Ständig bekam er Kloppe und war oft verletzt. Ich sagte der Bäuerin bescheid. Sie interessierte sich nicht dafür.

Eines Tages wurde Hannes krank, er hatte hohes Fieber. Ich nahm ihn mit zu Dr. W. Es stellte sich heraus, dass er Katzenschnupfen hatte, natürlich war er ja auch nie geimpft worden. Darauf hin haben wir ihn ganz zu uns geholt, da wir ja sowieso schon immer die Tierarztkosten gezahlt hatten. Wir ließen ihn natürlich sofort kastrieren. Nun gehörte Hannes zu uns.

Katze Muschili

Dann gab es noch Muschili, sie bekam ständig Babies. Zweimal konnte ich ihren Wurf nicht finden. Einmal brachte sie 5 Babies oben in den Schuppen bei einer Nachbarin gegenüber. Dort habe ich auf sie aufgepasst. 2 Babies wurden von der Bäuerin weggegeben, zwei habe ich untergebracht. Eine Katze, Chika hat die Bäuerin behalten.

Es dauerte kein Jahr, dann war Chika schwanger, sie bekam Babies. Aber auch ihre Mutter Muschili wurde wieder schwanger. Ich hatte mir geschworen, diese Babies bekommt die Bäuerin nicht, auch wenn ihre Tochter, die Babies immer so niedlich findet. Sieben Wochen habe ich auf die Katzen aufgepasst, damit sie alle durchkommen. Ich habe den Tierschutzverein Stade e.V. angerufen und um Hilfe gebeten. Der TSV hat Muschili kastrieren lassen und hat die Babies untergebracht.

 

Gelesen 2388 mal Letzte Änderung am Sonntag, 06 Juli 2014 18:19

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