Samstag, 14 Juni 2014 12:13

Kastrationspflicht in Bad Bentheim

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Bentheimer Katzen müssen unters Messer

Rat der Stadt macht Kastration und Registrierung zur Pflicht
gn-online.de 41522
Frei laufende Katzen, wie dieser Streuner, der einen
Garten in Bad Bentheim besucht, müssen jetzt kastriert
werden. Das hat der Rat der Stadt so festgelegt.
Foto: Yvonne Neis

Von Irene Schmidt
Der Rat der Stadt Bad Bentheim hat am Mittwochabend einstimmig beschlossen, eine Registrierungs- und Kastrationspflicht für Katzen einzuführen. Damit soll die wilde Vermehrung von frei laufenden „Stubentigern“ eingedämmt werden.

Bad Bentheim. Die Burgstadt ist jetzt eine von gut 160 niedersächsischen Städten und Gemeinden, die eine Kastrationspflicht eingeführt haben. In der Grafschaft jedoch macht der Bentheimer Stadtrat den Vorreiter. Die Veterinärbehörde des Landkreises hatte auf Anfrage bestätigt, dass auch sie die unkontrollierte Vermehrung frei laufender Katzen als problematisch ansehe, aus ihrer Sicht sei es jedoch sinnvoller , wenn die Kastrationspflicht nicht auf Kreisebene, sondern von den Kommunen beschlossen und überwacht werde.

In Bad Bentheim haben seit Jahren die inzwischen als Verein eingetragenen Katzenfreunde Bad Bentheim-Schüttorf für diese Kastrationspflicht gekämpft. Bis dahin hatte der Verein verwilderte Katzen an Futterstellen angelockt, von Tierärzten kastrieren lassen und dann am selben Ort wieder frei gelassen. Die Kastrationen wurden von Sponsoren und über Spenden bezahlt, viele Tierärzte kamen den Katzenfreunden bei den Kosten entgegen. Appelle an private Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen, fruchteten kaum. Lediglich verantwortungsbewusste Tierhalter hatten ihre Katzen und Kater kastrieren lassen.

Jetzt gilt diese Pflicht für alle Besitzer frei laufender Katzen, auch für jene, die irgendwann begonnen haben, einen Streuner regelmäßig mit Futter zu versorgen. Einstimmig sprach sich der Rat dafür aus, die „Städtische Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ um eine Bestimmung zur Tierhaltung zu ergänzen.

Laut Kastrationsverordnung müssen Katzenhalter, die ihrer Katze Zugang ins Freie gewähren, die Tiere ab einem Alter von fünf Monaten von einem Tierarzt kastrieren und mittels Tätowierung oder Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Die Tiere müssen zudem dem Deutschen Haustierregister oder bei „Tasso“ gemeldet werden.

Die Kosten für die Kastration belaufen sich nach Angaben der Stadt in etwa auf 120 Euro für weibliche Katzen und 60 Euro für Kater.

Für die Zucht von Rassekatzen können auf Antrag Ausnahmen zugelassen werden.

Verstöße gegen die Kastrationspflicht werden mit einem Bußgeld geahndet, das eventuell den Katzenfreunden zur Deckung der Betreuung wild lebender Katzen zur Verfügung gestellt werden soll.

Die Bereiche, wo es viele wild lebende, nicht kastrierte Katzen gebe, seien bekannt, berichtete Bürgermeister Dr. Volker Pannen im Rahmen einer kurzen Debatte. Daher solle in öffentlichen Wäldern auch die Fütterung der Streuner zugelassen werden. Gleichzeitig könnten die Tiere dann eingefangen und kastriert werden.

Ratsmitglieder verschiedener Fraktionen sprachen sich vor der Abstimmung noch einmal für die Kastrationspflicht aus. So bezeichnete Dr. Karin Stader-Deters (SPD) die Verordnung als „überfällig“. Auch Peter Wiering (FDP) begrüßte die Maßnahme. Er beklagte aber, dass streunende Katzen in seinem Garten „kleine Vögelchen“ verspeisten. Seine blumigen Ausführungen gipfelten in der Frage: „Kann man wild herumstreunende Katzen nicht einfach einschläfern?“ Diesem Vorschlag erteilte Bürgermeister Pannen umgehend eine Abfuhr: „Zum Tierschutz gehört auch, lebende Tiere gut zu behandeln.“

Mehrere Katzenfreunde, die der Ratssitzung beiwohnten, zeigten sich nach dem Beschluss glücklich und erleichtert. Die Katzenfreunde Bad Bentheim-Schüttorf hoffen, dass auch die Samtgemeinde Schüttorf – wie bereits erwogen – die Kastrationspflicht einführt.

Quelle:

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Gelesen 2953 mal Letzte Änderung am Samstag, 14 Juni 2014 12:36

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